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Wenn Wassersparen stinkt

HALTERN Um Geldbeutel und Umwelt zu schonen, gehen wir sinnvoll mit der kostbaren und knappen Ressource Wasser um.

von Von Elke Rüdiger

, 12.08.2008
Wenn Wassersparen stinkt

Fürs Wäschewaschen heißt der Tipp: normaler Umgang.

Deshalb heißt es immer und zu Recht, wir sollten Wasser sparen. Diese Rechnung geht aber leider nicht auf: Der Wasserverbrauch ist bei uns so stark gesunken, dass die Kosten für Trinkwasser ansteigen und die Umwelt nicht immer profitiert. „Das Rohrleitungsnetz ist teilweise überdimensioniert, das Wasser fließt entsprechend langsamer und steht zu lange in den Leitungen, ist weniger frisch“, erklärt Felix Wirtz, Leiter der Pressestelle der Gelsenwasser AG.

Trinkwasser muss mit einer bestimmten Fließgeschwindigkeit durch die Rohre zum Verbraucher gelangen, sonst lösen sich Schadstoffe, und es droht Keimbildung. Daher werden Trinkwasserleitungen häufiger „gespült“ – an den Endsträngen wird je nach Rohrdurchmesser unterschiedlich lang Wasser abgelassen. Das alte fließt ab, frisches schießt nach.

Die Lösung wäre: Weniger Rohre sowie Rohre mit geringerem Durchmesser. Rohrleitungen müssten gekappt oder gegen kleinere ausgetauscht werden. Das ist aber zu aufwändig und kostspielig. „Da, wo sowieso eine Leitungserneuerung ansteht“, meinte Wirtz, „werde der Rohrdurchmesser verkleinert – wobei auf Mindestgrößen für Löschwasser einzuhalten sind.“

Auch die demografische Entwicklung hat Auswirkungen auf den Trinkwasserverbrauch: Weniger Menschen = niedrigerer Wasserverbrauch. Die Aufwändungen für die Infrastruktur sind aber Fixkosten, die sind bei wenig ebenso nötig wie bei hohem Wasserverbrauch. Das bedeutet, der Kubikmeter-Preis für Trinkwasser von 2 Euro wird steigen.

Technische Lösungen sind nicht in Sicht, nur „menschliche“: Die Spartaste für die Toilettenspülung vor allem nach größeren Geschäften nicht so häufig drücken. Auch fürs Wäschewaschen heißt der Tipp: normaler Umgang. Inzwischen gibt es die Wasser-Plus-Taste, denn das Waschpulver löst sich bei geringer Temperatur nicht mehr auf. Insgesamt gilt: Nicht verschwenden, aber auch nicht am falschen Ende sparen. Wassersparen, beispielsweise durch Reduzierung der WC-Spülmenge, kann schnell zu einem anrüchigen Geschäft werden.

Wenn nämlich das Mindestgefälle oder die Dimension der Entwässerungsleitungen nicht passen, wird die Selbstreinigungsfähigkeit außer Kraft gesetzt. Die liegen gebliebenen „Frachten“ bilden Säuren, - Noch mehr Wasser zu sparen könnte also im wahrsten Sinne des Wortes mächtig stinken, weil nicht wirklich alles abfließt, was entsorgt werden soll.

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