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Zeugnis für die Schulpolitik

Expertenbericht

Schon Ende 2010 bescheinigte Dr. Ernst Rösner vom Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) Dortmund der Stadt Haltern, dass sie mit ihren vorhandenen Angeboten gut aufgestellt ist. Doch darauf sollte sich die Stadt nicht ausruhen, so der Experte.

HALTERN

20.06.2012
Zeugnis für die Schulpolitik

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Seine Haltung wurde durch die genaue Analyse des Halterner Schulsystems bestätigt. Am Dienstagabend stellte der Bildungsexperte die Eckdaten zur Schulentwicklungsplanung im Schulausschuss vor. Handlungsbedarf sieht er momentan nicht. Einen Freifahrtschein für dauerhafte Untätigkeit konnte er aber aufgrund des Geburtenrückgangs nicht ausstellen. Statt 367 Kinder im Jahr 2000 wurden zum Beispiel 2011 nur noch 263 Kinder beim Halterner Standesamt angemeldet. Rösner warnte die Halterner davor, den Blick zu sehr auf die weiterführenden Schulen beziehungsweise die Hauptschule zu richten. Probleme wie zu kleine Klassen werden aus seiner Sicht zunächst die Grundschulen treffen.

„Manche von ihnen werden sich noch umgucken, was das für eine Kopfnuss ist“, machte der Dortmunder Wissenschaftler klar, dass die Politik an unpopulären Entscheidungen nicht vorbeikommen wird. Schon 2016, so weist der neue Schulentwicklungsplan beispielsweise aus, könnte in Hullern und am Teilstandort Lavesum nicht mehr die Sollstärke von 23 Kindern pro Klasse erreicht werden. Bei letzterem wurden Pendlereffekte durch die Kooperation mit der Sythener Grundschule bereits mit in die Studie eingerechnet. Zukunft der Hauptschule Im Fall der Hauptschule rät Rösner dazu, sich im breiten Konsens auf ein Kriterium zu einigen, das eine Umstrukturierung nach sich zieht. Dabei könnte es sich um das Erreichen der Einzügigkeit handeln. Laut Prognose wird an der Hauptschule auch 2020 noch die komfortable Zahl von 39 Schülern eingeschult. Der Blick in die Zukunft ist allerdings sehr schwierig, erklärte Rösner. „Die Gefühlslage der Eltern kann man mathematisch nicht in den Griff bekommen“, führte er aus. Sobald in Haltern der Eindruck entstehe, dass die Schule keine Zukunft habe, sei auch schon ihr Ende besiegelt. „Die Wahrnehmung entscheidet“, so Rösner.

In Haltern sei es aufgrund der vorhandenen, auch räumlichen Strukturen möglich, sowohl eine Sekundarschule (Haupt- und Realschule) als auch eine Gesamtschule zu bilden. Politik und Verwaltung sollten aber auf jeden Fall nicht anlassfrei agieren und bei Entscheidungen die Eltern mit ins Boot holen.

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