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Zivile Kräfte kämpfen um ihren Job

Truppenübungsplätze

Eigentlich müsste er wahrscheinlich die Queen of England verklagen: Der langjährige Sicherheitskoordinator der Truppenübungsplätze in Sythen und Lavesum kämpft seit Dienstag vor dem Herner Arbeitsgericht um seinen Job. Doch die Chancen stehen schlecht.

HALTERN/HERNE

von Von Jörn Hartwich

, 26.11.2014
Zivile Kräfte kämpfen um ihren Job

Der Truppenübungsplatz Borkenberge

Der Abzug der britischen Truppen ist in vollem Gange. Der Übungsplatz in Haltern wird zum 31. März 2015 geschlossen. Zwei Monate später soll das Gelände an die Bundesimmobilienverwaltung zurückgegeben werden. Für den 51-Jährigen und seine rund 20 Kollegen heißt das Kommando dann ebenfalls: Wegtreten! „Wir haben jeden Tag unser Bestes gegeben“, sagte einer von ihnen am Rande des Prozesses. Genau wie der Sicherheitskoordinator ist auch er schon fast 20 Jahre dabei. Sein Job ist der eines Schießbahnwärters. „Da sind andere, die haben in der ganzen Zeit noch nicht mal richtig Englisch gelernt.“

Offiziell richten sich die Kündigungsschutzklagen gegen die Bundesrepublik Deutschland. Sie hat die Fälle übernommen, weil niemand so einfach ein anderes Land verklagen kann. Weil die Truppenübungsplätze aber auch von deutschen und holländischen Soldaten genutzt werden, hatten die zivilen Kräfte der britischen Armee bis zuletzt gehofft, dass es doch noch irgendwie weitergeht. Doch das „Aus“ ist beschlossene Sache. Auch die Verwaltungs-Zentrale am Stockwieser Damm wird geschlossen.

Bei der Abwicklung wollen sich die Briten allerdings großzügig zeigen. Im Falle des langjährigen Sicherheits-Koordinators gewähren sie eine zwölfmonatige Kündigungsfrist, obwohl dem 51-Jährigen offiziell nur sieben Monate zustehen. Neben einer Abfindung wird sein neuer Lohn – egal, wie hoch er ist – außerdem fünf Jahre lang praktisch auf das Niveau des Armee-Gehaltes gehoben. Im ersten Jahr zu 100 Prozent, danach zu 90 Prozent. Einen anderen Job, so heißt es, gebe es dagegen nicht. Die Kläger wollen allerdings erst einmal gerichtlich klären lassen, ob ihre Dienststelle wirklich Haltern war. Schließlich sitze der Personalchef in Dülmen, die Kündigung kam aus Soest. Der Prozess wird im Februar fortgesetzt.  

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