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Hamburger SV

Thomas Dolls Leidenszeit als Cheftrainer des Hamburger SV hat zwei Spieltage nach dem Rückrundenstart ein Ende gefunden. Am Morgen nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Energie Cottbus in der heimischen AOL-Arena und dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz zog der Bundesliga-Dino die Reißleine und trennte sich von seinem Coach. «Wir bedauern diese Entscheidung», sagte der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann. «Wir waren überzeugt, die Wende mit Thomas Doll zu schaffen. Nach den Eindrücken und Ergebnissen der vergangenen beiden Spiele mussten wir jetzt aber reagieren.» In der laufenden Serie droht dem Gründungsmitglied der Bundesliga der erstmalige Abstieg aus dem Oberhaus.

Nach der chaotisch anmutenden Trainersuche der HSV-Verantwortlichen wurde der 53 Jahre alte Niederländer Huub Stevens als Doll-Nachfolger präsentiert - nur wenige Stunden nach der Absage von Wunschkandidat Felix Magath. Der favorisierte Magath gab moralische Bedenken als Grund für seine Absage an. «Der HSV hatte schon mit einem Trainer Einigkeit erzielt. Wenn das schon so weit gediehen war, ist es eine Ehrensache für mich, zurückzustecken und einem Kollegen den Job nicht wegzunehmen», sagte Magath.

Der frühere HSV-Spieler, -Manager und -Trainer versicherte, erst am Ende der Verhandlungen mit der HSV-Führung erfahren zu haben, dass sie sich bereits mit einem anderen Trainer einig seien. Der HSV-Vorstand soll sich zuvor mit Stevens auf einen möglichen Wechsel an die Elbe verständigt haben, dann aber den plötzlich in München entlassenen Magath als Favoriten auf die Doll-Nachfolge erkoren und Stevens in die Warteschleife geschickt haben.

Neben Doll trennt sich der HSV auch von Co-Trainer Ralf Zumdick und Torwart-Trainer Ronny Teuber. Der erst in der Winterpause als Assistent von Doll in den Trainerstab berufene Michael Schröder kehrt zurück in die Scouting-Abteilung des Vereins. Der ebenfalls umstrittene Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer, dessen Transferpolitik in der Kritik steht, bleibt dagegen im Amt.

Noch zum Auftakt der Hinrunde gab sich Doll selbstbewusst und kämpferisch. Der 40-Jährige wollte allen beweisen, dass es von der HSV-Vereinsführung richtig gewesen ist, trotz der desaströsen Hinrunde mit Tabellenplatz 17 und dem blamablen Aus in der Champions League, an ihm festzuhalten. Doch bereits nach dem 1:1 in Bielefeld hatten die Hoffnungen auf eine baldige Wende einen herben Dämpfer bekommen. Mit zwei «Panik-Käufen» in letzter Minute versuchten die Hamburger das Blatt noch zu wenden. Der kroatische Nationalstürmer Ivica Olic wurde vom russischen Meister ZSKA Moskau verpflichtet und Abwehrspieler Mathias Abel kam vom FC Schalke 04 an die Elbe.

Im Kampf um den Klassenerhalt macht den HSV-Fans vor allem Mut, dass viele der in der Hinrunde angeschlagenen Stammspieler wieder in den Kader zurückgekehrt sind. Nigel de Jong (Knie-OP), Raphael Wicky (Waden-OP), Guy Demel (Sehnen-OP) und Juan Pablo Sorin (Muskelfaserriss) haben ihre schweren Verletzung auskuriert. Nur Vincent Kompany (Achillessehnen-OP) und Mario Fillinger (Meniskus-OP) fallen längerfristig aus. Zudem soll Neuzugang Frank Rost die Mannschaft wachrütteln und im Kampf gegen den Abstieg vorneweg marschieren. Der impulsive Keeper wechselte in der Winterpause für 800 000 Euro vom FC Schalke 04 in die Hansestadt. Und Rost gibt sich kämpferisch: «Ich wäre nicht hierher gekommen, wenn ich nicht überzeugt wäre, dass wir unten rauskommen. Wir kommen da raus.»

Das Aufgebot:

Tor: 1* Stefan Wächter, 12 Sascha Kirschstein, 35 Frank Rost

Abwehr: 2 Juan Pablo Sorin, 3 Thimothee Atouba, 4 Bastian Reinhardt, 5 Joris Mathijsen, 7 Mehdi Mahdavikia, 8 Mathias Abel, 10 Vincent Kompany, 16 René Klingbeil, 24 Sasan Gouhari, 26 Volker Schmidt

Mittelfeld: 6 Raphael Wicky, 13 Mario Fillinger, 14 David Jarolim, 15 Piotr Trochowski, 18 Oliver Hampel, 20 Guy Demel, 23 Rafael van der Vaart, 27 Alexander Laas, 28 Nigel de Jong, 28 Colin Benjamin, 33 Benny Feilhaber

Angriff: 9 Paolo Guerrero,11 Ivica Olic, 17 Boubacar Sanogo, 22 Besart Berisha, 25 Massimo Cannizzaro, 32 Änis Ben-Hatira, 34 Sydney Sam, 37 Rouwen Hennings, 38 Danijel Ljuboja

* Zahl ist jeweils die Rückennummer

(Stand: Februar 2007)

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