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Hannes Jaenicke: Männer müssen rote Linie akzeptieren

München. Der Schauspieler mischt sich in die Sexismus-Debatte ein. Für ihn ist klar: „Wenn nur eine Seite spielen will, die andere aber nicht, dann hat sich die Spielerseite zurückzuziehen.“

Hannes Jaenicke: Männer müssen rote Linie akzeptieren

Der Schauspieler Hannes Jaenicke ist sich sicher, dass es nicht nur in der Filmbranche Sexismus gibt. Foto: Ursula Düren

Wo sexuelle Belästigung anfängt, ist in den Augen von Schauspieler Hannes Jaenicke sehr einfach zu erklären: „Es geht ums gegenseitige Einvernehmen“, sagte der 57-Jährige in einem Interview mit dem „Münchner Merkur“ und der „tz“.

„Wenn beide mitspielen – wunderbar. Wenn nur eine Seite spielen will, die andere aber nicht, dann hat sich die Spielerseite zurückzuziehen. Das ist die rote Linie.“

Viele Männer ignorierten sie allerdings bewusst. „Ein einfaches Beispiel: Ein Mann steigt in die Bahn oder den Flieger. Da sitzt eine Frau, die er nett, interessant, attraktiv findet“, erklärte Jaenicke. „Da kann man 'Guten Tag' sagen und vielleicht noch fragen: 'Und wo fahren Sie so hin?' Wenn sie sich dann aber in ihr Buch vertieft oder in ihr Laptop verkrümelt, dann ist das Interesse offensichtlich einseitig. Dann hat der Mann sich zurückzuziehen.“

Sexuelle Übergriffe sind nach Jaenickes Einschätzung kein spezifisches Problem der Filmbranche: „Es geht immer um Macht. Eine Frau aus Bangladesch bekommt in der Textilbranche auch nur einen Job, wenn sie gefügig ist. Ich glaube auch nicht, dass die Bankenbranche besser ist als meine Branche. In der Bundeswehr gibt es krasse Beispiele für sexuellen Missbrauch. Das ist nicht nur beim Film so.“

Jaenicke spielt im Fernsehfilm „Meine fremde Freundin“ am Mittwochabend im Ersten (20.15 Uhr) einen Mann, der fälschlicherweise wegen Vergewaltigung angeklagt wird und fünf Jahre in Haft kommt.

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