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Hannover Rück setzt nach Katastrophenjahr 2017 auf die Wende

Hannover. Nach dem schlimmsten Katastrophenjahr der Geschichte mit Schäden in Milliardenhöhe sortiert sich der Rückversicherer Hannover Rück neu. Aktienverkäufe sorgten dennoch für soliden Gewinn.

Hannover Rück setzt nach Katastrophenjahr 2017 auf die Wende

Großschäden - darunter vor allem durch die Wirbelstürme „Irma“ und „Maria“ in den USA und der Karibik - kosteten den Konzern Hannover Rück 2017 rund 1,1 Milliarden Euro. Foto: Chris O'meara

Ein gutes viertes Quartal und Aktienverkäufe haben bei Hannover Rück die Belastungen des Katastrophenjahres 2017 abgemildert.

Unterm Strich verdiente der weltweit drittgrößte Rückversicherer 2017 knapp 959 Millionen Euro nach 1,17 Milliarden im Rekordjahr zuvor. „Es war das Jahr mit der höchsten Belastung aus Großschäden in der Geschichte unserer Gesellschaft“, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin in Hannover. 2018 erwartet Wallin einen Gewinn von über einer Milliarde Euro.

Für 2017 können die Aktionäre trotz der immensen Schäden mit einer unveränderten Ausschüttung von 5 Euro je Aktie rechnen. Davon sollen 1,50 Euro als Sonderdividende fließen.

Größter Nutznießer ist der Versicherungskonzern Talanx, dem gut die Hälfte von Hannover Rück gehört. Großschäden - darunter vor allem durch die Wirbelstürme „Irma“ und „Maria“ in den USA und der Karibik - kosteten den Konzern 2017 rund 1,1 Milliarden Euro. Um die Belastung abzufedern, verkaufte der Rückversicherer im September alle Aktien aus seinen Kapitalanlagen. Er will die Aktienquote nun langsam wieder aufbauen.

Wallin warnte, dass die alle fünf bis sieben Jahre auftretenden schweren Katastrophenjahre eine gute Absicherung der Risiken durch Kapitalanlagen nötig machten. Im Vorjahr zählte das Unternehmen 18 Großschäden und 12 Naturkatastrophen - darunter Waldbrände in Chile und Kalifornien oder der Zyklon „Debbie“ in Australien.

Die Absicherung der Luftfahrtrisiken hat Hannover Rück aus dem Milliardenbereich auf rund 200 Millionen Euro reduziert. „Die gegenwärtigen Prämien reichen gerade aus für normale Kleinschäden“, sagte Wallin, der dagegen Cyber-Versicherungen zur Absicherung von Attacken im Internet als zukunftsträchtig nannte. Die Prämien aus dieser Sparte haben nun ein Volumen von 200 Millionen Euro erreicht.

Für 2018 setzte er ein Gesamtbudget von 825 Millionen Euro für Großschäden an. Er lockt Aktionäre weiter mit der Aussicht auf Sonderdividenden. Wenn die Kapitaldecke so komfortabel bleibe, könne der Konzern auch für 2018 mehr als die geplanten 35 bis 40 Prozent des Gewinns ausschütten, kündigte der Rivale des Weltmarktführers Munich Re an.

Zum erwarteten Milliardengewinn 2018 soll die Trendwende im umkämpften Schaden- und Unfallgeschäft beitragen. Hannover Rück rechnet damit, dass 2018 die Bruttoprämieneinnahmen von zuletzt 17,8 Milliarden Euro leicht steigen. Unterdessen zehren die Niedrigzinsen weiter am Gewinn. 2017 konnte Hannover Rück die Rendite auf ihre Kapitalanlagen mit dem umfangreichen Aktienverkauf auf 3,8 Prozent treiben. Für 2018 geht der Vorstand nur von 2,7 Prozent aus.

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