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Harald Schmidt erklärt Musik

Familienkonzert mit Schmidt

Der sonst so bissige Showmaster gibt sich handzahm: Beim Familienkonzert der Bochumer Symphoniker erklärt der Showmaster Harald Schmidt dem Musik-Nachwuchs, wie ein Orchester aufgebaut ist - und nimmt sich selbst gehörig auf die Schippe.

BOCHUM

von von Max Floran Kühlem

, 17.06.2012

Benjamin Brittens „Young Person’s Guide to the Orchestra“ erlebt derzeit nicht nur in Wes Andersons Kinofilm „Moonrise Kingdom“ eine wunderbare Würdigung. Auch die Symphoniker brachten das so lehrreiche wie schöne Stück am Sonntag beim Familienkonzert zur Aufführung. Mit dem besten denkbaren Moderator: Harald Schmidt.

Als Grundlage seines Orchesterführers für junge Leute nutzte Benjamin Britten 1946 ein Thema des von ihm verehrten Henry Purcell. Harald Schmidt machte es den jungen Zuschauern im Audimax leichter: „Wenn ihr den Namen nicht aussprechen könnt, sagt einfach Heinz Purzel.“ In der Aufführung übernahm er die Rolle des Sprechers und erklärte die Funktion des Orchesters der Struktur des Stücks folgend: Erst stellten verschiedene Instrumentengruppen das Thema vor, dann folgen Variationen einzelner Solisten.Wie in den vorhergehenden Folgen, war Harald Schmidt auch beim Familienkonzert in jeder Sekunde der Spaß am Projekt mit den Bochumer Symphonikern anzusehen. Nach Brittens Orchester-Guide suchte er den Kontakt zum Publikum, fragte die Kleinen, welche Instrumente sie selbst spielen. „Bratsche“, gab da ein Mädchen zu Protokoll. Und Schmidt: „Bratsche? War das deine eigene Entscheidung? Ich habe Klavier ja nur gespielt, weil der Lehrer mich im Takt verprügelt hat. Aber das waren andere Zeiten…“

Dass sich der Showmaster im ersten der zwei Familienkonzerte einen groben Schnitzer geleistet hatte, war ihm beim zweiten Durchlauf gleich ein ganzes Feuerwerk von Anspielungen wert: „Vorhin habe ich einen Fehler gemacht, da hat das Orchester aufgehört zu spielen, den Chef angerufen und gesagt: Mit der Flasche wollen wir nicht weiterarbeiten.“ Diese hemmungslose und für Schmidt so typische Selbstironie bringt ein Publikum jeden Alters zum Lachen und sorgt gleichzeitig für eine angenehme Aufmerksamkeit. So folgten die Zuhörer mit einem Schmunzeln auch George Kleinsingers Geschichte von Tubby der Tuba, die unglücklich ist, weil sie nie eine Melodie spielen darf. Mit Tuba-Solist Ansgar Mayer-Rothmund zeigten die BoSy unter der Leitung von Harry Curtis genau wie mit Benjamin Britten eine tolle Leistung.