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Harte Schatten und goldene Schnitte - Film- und Fotografiertipps

Frankfurt/Main (dpa/tmn) Gute Fotos und Videos sind eine Frage der Technik. Das heißt aber nicht, dass man für die besten Bilder auch die teuersten Geräte braucht. Stattdessen kommt es vor allem auf ein gutes Auge, viel Kreativität und ein wenig Regelkenntnis an.

Harte Schatten und goldene Schnitte - Film- und Fotografiertipps

Sonnenstrahlen am Abend werfen ein weiches Licht, das in der Regel harmonischer und glatter wirkt. Foto: Andrea Warnecke

Vom Smartphone bis zur Spiegelreflexkamera - anständige Bilder und Videos können heute zahlreiche Geräte machen. Wer als Einsteiger mehr als flüchtige Schnappschüsse oder Momentaufnahmen hinbekommen will, sollte vorher ein paar Regeln kennenlernen. Ein guter erster Schritt ist, so ungewöhnlich das erscheinen mag, ein Besuch im Museum. «Dort sollte man sich die Bilder mal genau anschauen», sagt der Fotodesigner Andreas Böttcher. «In der Kunst lässt sich über Bildaufteilung, Komposition und Lichtführung einiges lernen.»

Eine entscheidende Rolle beim Fotografieren spielt das Licht: Von der Morgendämmerung bis zur Mittagssonne gibt es über ein Dutzend Formen, mit denen man ganz unterschiedliche Wirkungen erzielt. «Hartes Licht unter der prallen Sonne zur Mittagszeit arbeitet jedes Detail heraus, ist sehr kontrastreich und scharf», sagt Böttcher. «Weiches Licht hingegen ist harmonischer, glättet und ist weniger dramatisch, sondern mehr wie ein zartes Umspielen.» Um die Unterschiede zu sehen, könne man dasselbe Motiv an einem Tag zu verschiedenen Zeiten fotografieren.

Hartes Licht kann bei Porträts unvorteilhaft wirken. Ein Blitz kann dann dabei helfen, die Schatten etwas aufzulösen, rät Böttcher: «Heutzutage ist der Blitz nicht mehr so, dass er sich so in den Vordergrund drängt.» Am besten geeignet sei ein separater Aufsteckblitz, der sich unterschiedlich ausrichten lässt.

Auch bei Filmaufnahmen gilt: «Wenn es sich planen lässt, sollte die pralle Sonne wegen der harten Schatten vermieden werden», sagt die Ratgeberautorin Konstanze Werner. In Innenräumen sollte man versuchen, möglichst mehrere Lichtquellen zu nutzen, weil dann Gesichter nicht so platt und flächig wirken würden. Gegenlicht macht das Motiv allerdings unkenntlich und sollte daher vermieden werden.

Wichtig ist außerdem die Frage, wie die ausgewählten Motive ins Bild gerückt werden. «Mittig ist meist die langweiligste Möglichkeit», findet Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband. Besser sei es, das Hauptmotiv eher rechts oder links im Bild zu positionieren. Als Orientierung dient der sogenannte goldene Schnitt, bei dem das Bild mit imaginären Linien unterteilt und von unten nach oben und von links nach rechts etwa gedrittelt wird. Die wichtigsten Teile des Bilds sollten sich auf den Schnittpunkten befinden. Viele Kameras können die Linien auch auf dem Display einblenden. Diese Orientierungshilfe sorgt außerdem dafür, dass Fotos nicht unabsichtlich schief ausfallen.

Videofilmer und Fotografen sollten möglichst nah ans Motiv rangehen. Bei einer Landschaft könne es zudem schön sein, wenn Blattgrün den Rahmen bilde. «Und das Fotografieren aus ungewöhnlicher Perspektive kann zu spannenden Resultaten führen», sagt Clauß. Auch beim Filmen sollte man immer mal neue Blickwinkel probieren.

Je nach Perspektive treffen die Bilder oder Videos unterschiedliche Aussagen. «Werden Kinder in ihrer Augenhöhe gefilmt, wirkt es pädagogisch - anders als von oben, da sehen sie süß aus», erklärt Konstanze Werner. «Erwachsene wirken aus dieser Perspektive jedoch eher kindlich und klein, während die Untersicht den Gefilmten zum Helden macht.»

Statt einfach eine Landschaft abzuschwenken, sollte bei Videos klar werden, was einen an einer bestimmten Situation oder einem Motiv interessiert: «Dafür sollte man am besten mal die Einstellungsgröße wechseln - also zwischen nah, halbnah und einer Totalen», rät Werner. Zooms und Schwenks werden dagegen besser sparsam eingesetzt, vor allem in Verbindung miteinander. Verwackelte Filmaufnahmen vermeidet man mit einem Trick, erklärt die Autorin: «Vor dem Dreh dreimal tief Luft holen und dann beim leichten Ausatmen drehen.» Ruhiger werden die Bilder außerdem, wenn man sich die Kamera mit etwas ausgestrecktem Arm vor die Brust hält.

Damit Fotos nicht verwackeln, sollten Amateurknipser an der Kamera kürzere Belichtungszeiten einstellen. «Je nach Motiv sind kleine Unschärfen manchmal aber auch interessant», sagt Andreas Böttcher. Werden die Bilder unscharf, weil die Umgebung nicht hell genug ist, können Fotografen auch die Lichtempfindlichkeit erhöhen und ein Stativ benutzen.

Literatur:

Konstanze und Horst Werner: Jeder kann Video!: Filmen für Websites YouTube und Blogs. UVK, 200 Seiten, 17,99 Euro, ISBN-13: 978-3-867-64271-2

Regeln zum Filmen und Fotografieren sollten auf keinen Fall die Kreativität einschränken. «Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden», sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verbands. Stattdessen sollten Hobbyfotografen sich Zeit nehmen und mit den zahlreichen Optionen und Effektfiltern ihrer Kamera spielen. «Überhaupt ist die Technik nur Mittel zum Zweck: Auf das Auge des Fotografen kommt es an.»

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