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Hartmut Reckelkamm beendet wohl seine Spielerkarriere

Handball

Hartmut Reckelkamm hängt mit 60 Jahren die "Handballschuhe" an den Nagel. Doch weil er in Dorstens Handballszene eine kaum wegzudenkende Größe ist, gab es für ihn ein Abschiedsspiel - mit durchaus bekannten Namen.

DORSTEN

von Von Ralf Weihrauch

, 25.06.2012
Hartmut Reckelkamm beendet wohl seine Spielerkarriere

Hartmut Reckelkamm traf am Samstag noch einmal auf viele alte Weggefährten. Mit dem Gedanken an das Ende seiner Spielerlaufbahn tut er sich noch etwas schwer.

Ein Abschiedsspiel ist ein tolles Geschenk für einen Sportler. Hartmut Reckelkamm ist die Idee, mit 60 nicht mehr aktiv Handball spielen zu sollen, aber noch etwas fremd. Schließlich ist der raue Sport schon seit 55 Jahren fester Bestandteil seines Lebens. Reckelkamm ist schon seit fast 40 Jahren in Dorsten. Beim VfL hat er seitdem fast ohne Unterbrechung gespielt und Mannschaft trainiert. Eine seiner größten Erfolge war 1992 der Aufstieg mit der männlichen A-Jugend in die Bezirksliga. Genau diese Mannschaft stand am Samstagnachmittag auf dem Parkett der Petrinumhalle und maß sich mit der aktuellen ersten Mannschaft.

Es waren Spieler dabei, die im weiten Umkreis bekannt geworden sind. Ingo Häusler war für einige Zeit beim TuSEM Essen am Ball, Markus Hennemann spielte in der Regionalliga, Christian Drüppel hat bei vielen höherklassigen Clubs in der Umgebung gespielt und trainiert nun den Traditionsverein SV Westerholt. Insgesamt waren es zwölf Spieler, die nach Dorsten gekommen waren, um ihren alten Coach zu verabschieden. Sie zeigten an dem Tag auch, dass sie noch Handball spielen können und gewannen in den drei Mal 20 Minuten mit 28:26. Dieser Sieg wurde anschließend im Vereinsheim begossen.

Für Hartmut Reckelkamm gab es aber keinen Sonntag zum Ausruhen. Er machte sich am frühen Sonntagmorgen mit der gemischten E-Jugend auf den Weg zu einem Beach-Handball-Turnier, wo alle Beteiligten den Buckel nass bekamen. So war es aber auch, als Reckelkamm mit fünf Jahren in Bad Sooden-Allendorf an den Ufern der Werra mit dem Handball begann: „Damals haben wir Feldhandball gespielt. Nachdem man nur noch auf Kleinfeldern gespielt hatte, ging es dann endgültig in die Halle.“ Zu dem Zeitpunkt hatte es Reckelkamm aber wegen des Studiums nach Gummersbach verschlagen. Zwar reichte es nicht ganz für den großen VfL, aber sein Coach in Strombach war niemand anderes als der spätere Weltmeister-Macher Heiner Brand. Ein Freundschaftsspiel gegen die Gummersbacher, in dem sein direkter Gegenspieler der legendäre Hansi Schmidt war. Diese Partie zum Strombacher Jubiläum war auch einer der Höhepunkte seiner Handballer-Karriere. 1985 kam der Ingenieur nach Dorsten, weil er eine Stelle bei der Ruhrgas bekam. Diese Stelle gibt es auch nur noch knappe sechs Wochen, dann ist Reckelkamm im Ruhestand. Doch nur, was seinen Beruf angeht: „Ich will dann mit meiner Reni viel reisen. Mexiko und die USA stehen auf jeden Fall noch auf dem Programm. Mal sehen, was sonst noch so kommt.“

Handball wird aber weiter eine Rolle spielen, schließlich lässt man so tolle Jahre, die er als Trainer der Damenmannschaft hatte, nicht im See des Vergessens verschwinden. Für den VfL wird Reckelkamm eine feste Größe bleiben, als Trainer sicher, vielleicht aber auch als mehr: „Das Abschiedsspiel war jetzt zwar, aber ich bin durchaus bereit, mich reaktivieren zu lassen.“

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