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Nach schwerem Sturm

Havarierter Frachter in Wilhelmshaven eingetroffen

CUXHAVEN Seit dem Wochenende lag der Frachter „Glory Amsterdam“ vor der ostfriesischen Insel Langeoog fest - am Donnerstag gelang es Schleppern nun, das Schiff nach Wilhelmshaven zu ziehen. Dort soll es inspiziert werden.

Havarierter Frachter in Wilhelmshaven eingetroffen

Der vor der Nordseeinsel Langeoog havarierte Frachter „Glory Amsterdam“ (l.) und der Schlepper „Fairmount Summit“. Das Bild wurde aufgenommen am 1. November 2017. Foto: dpa

Der vor der Nordseeinsel Langeoog auf Grund gelaufene Frachter „Glory Amsterdam“ ist am Donnerstag nach Wilhelmshaven geschleppt worden. Drei Schlepper zogen das manövrierunfähige Schiff in den Hafen. Dort soll nun überprüft werden, wie funktionsfähig das Schiff ist.

Die Überführung nach Wilhelmshaven begann am Donnerstagmorgen, als Schlepper das Schiff in tieferes Wasser zogen. Der Frachter hat als Treibstoff 1800 Tonnen Schweröl und 140 Tonnen Marinediesel an Bord. Nach Angaben des Havariekommandos weise der Frachter einen Defekt an der Ruderanlage auf, sonst gebe es keine strukturellen Schäden. Ein Austritt von Schadstoffen konnte demnach während der Bergung und Schleppung nicht festgestellt werden. Die „Glory Amsterdam“ war in der Nacht zum Sonntag bei dem schweren Sturm „Herwart“ auf eine Sandbank vor der ostfriesischen Insel Langeoog getrieben worden.

Kommando gegen 19.45 Uhr beendet

Um das Schiff schleppen zu können, waren 16.000 Tonnen Ballastwasser abgepumpt worden, um den Frachter leichter zu machen. Dieses Wasser soll normalerweise dafür sorgen, dass unbeladene Frachter sicherer auf See liegen. Bei auflaufendem Wasser konnte das Schiff dann gegen 7 Uhr morgens frei bekommen werden, nachdem in der Nacht auch die Verbindung zu einem zweiten Schlepper hergestellt worden war. Am Donnerstagabend gegen 19.45 Uhr beendete das Havariekommando seinen Einsatz.

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Unterdessen wurde Kritik am Bergungsmanagement des Schiffes laut. Der Langeooger Bürgermeister Uwe Garrels (parteilos) sprach in der „Nordwest-Zeitung“ von einem „Warnschuss“. Schlepper sollten eigentlich innerhalb von zwei Stunden gestrandete Schiffe erreichen können, um ein Auflaufen auf Grund zu verhindern, sagte er der Zeitung. Im NDR sagte er, das Konzept das Havariekommandos für den Notfall habe nicht gegriffen. Falls das Schiff gefährliche Fracht an Bord gehabt hätte, hätte eine Ausbreitung niemand verhindern können. „Hier ist eine tägliche, permanente, latente Gefahr unterwegs. Das kann mit anderen Schiffen genauso passieren“, sagte Garrels dem Sender.

Kapitän weigert sich, Schlepperleinen entgegenzunehmen

„Man darf die Wetterverhältnisse da draußen nicht vergessen“, erwiderte der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees, im NDR. Ein erster gescheiterter Rettungsversuch des Schleppers „Nordic“ sei wegen des heftigen Sturms gescheitert. Der Kapitän des Frachters habe sich geweigert, Crewmitglieder an Deck zu schicken, um eine Leine vom Schlepper entgegen zu nehmen. Wegen des Sturms hätten zunächst auch keine Spezialisten mit dem Hubschrauber an Bord gebracht werden können. Später sei die Leinenverbindung immer wieder gebrochen. Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung wird die Havarie analysieren.

dpa

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