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Aufkleber statt Fräse

Fahrrad-Codierungsaktion

Hermann Sundermann füllt den Zettel aus, während Polizeihauptkommissar Mathias Matlik den Aufkleber schon am Fahrrad anbringt. „Das war es jetzt schon?“, fragt Maria Gelking, die ihr Fahrrad wie viele auch im Bürgerhaus Eppingscher Hof codieren lässt. Beim dem neuen Verfahren wird nämlich nicht mehr zeitaufwendig gefräst.

HEEK

, 04.11.2014

Stattdessen wird ein kleiner Aufkleber an dem Rahmen angebracht. „Die sind so ähnlich gemacht wie TÜV-Plaketten am Auto. Wenn man versucht, sie abzuknibbeln, zerreißen sie und das fällt der Polizei natürlich auf“, erklärt Mathias Matlik. Auch die Art der Codierung hat sich geändert. Früher wurde eine Zahl eingefräst, die für den Wohnort und die Straße stand. Am Ende folgten die Initialen des Besitzers. „Man konnte also direkt an der Zahl ablesen, wo das Fahrrad hingehört“, sagt der Polizist. Das Problem bei diesem Verfahren sei, dass der eingefräste Code nach einem Verkauf nicht mehr zu dem neuen Besitzer passe. Auf den neuen Aufklebern steht stattdessen der Kreis und eine fünfstellige Zahl.

Bei der Fahrrad-Codierung füllen die Besitzer eine Karte mit den persönlichen Daten aus. Diese werden dann bei der Polizei hinterlegt. „Mit der Nummer am Fahrrad kann jeder Polizist nachgucken, wem das Fahrrad gehört. Also ähnlich wie beim KFZ-Kennzeichen“, erklärt Mathias Matlik. Wenn ein Fahrrad verkauft wird, kann der neue Besitzer mit einem Eigentumsnachweis zu der Polizei gehen und seine Daten zu dem Code am Fahrrad hinterlegen. Maria Gelking hat ihr neues Fahrrad codieren lassen. „Das Rad ist jetzt zwar nicht vor Diebstahl geschützt, aber schaden kann es ja trotzdem nicht“, sagt sie.

Laut Mathias Matlik werden im Bereich der Wache Ahaus in drei Tagen 15 bis 20 Fahrräder geklaut. Heinrich Berning wurde im letzten Jahr Opfer eines Fahrraddiebstahls. „Davon habe ich nie wieder etwas gehört. Das hat mich so geärgert, dass ich jetzt vorsorgen will“, sagt er. Sein Elektro-Fahrrad konnte mit dem Fräsverfahren bis jetzt nicht codiert werden. „Wir hatten für das Fräsen eine Maschine und einige Fahrräder haben da wegen des Rahmens nicht reingepasst. Mit den Aufklebern kann jedes Fahrrad gekennzeichnet werden“, sagt Hermann Sundermann. Er ist einer von vier Ehrenamtlichen, die die Fahrrad-Codierung in Heek organisieren.

„Wir haben 1998 als erste Gemeinde im Kreis Borken damit angefangen“, sagt er. Die Gemeinde hatte damals die Idee und habe ihn gefragt, ob er das übernehmen wolle. Ihm selber wurde noch nie ein Fahrrad geklaut, aber seinen Kindern und Enkelkindern. Er sagt: „Ich hoffe, dass wir mithilfe der Codierung einige Diebstähle aufklären können.“ Heute erfolgt die Fahrrad-Codierung im Ortsteil Nienborg auf dem Parkplatz der Bäckerei Jöhne , Hauptstraße 16, von 14 bis 17 Uhr.

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