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EU-Richtlinie könnte Motorradfahrern Nachteile bringen

Nachhilfe für Führerschein

Vor der Haustür der Fahrschule buddeln die Bagger tiefe Löcher in die Straße. Drinnen lässt eine neue europäische Bestimmung die Köpfe dröhnen: Ab dem 19. Januar tritt die dritte EU-Führerscheinrichtlinie in Kraft. Jürgen Schuurman und Jürgen Leuders, die die Fahrschule an der B 70 betreiben, haben sich bereits durch die neuen Festlegungen geackert. Ihr Fazit: „Motorradfahrer haben das Nachsehen.“

HEEK

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 15.06.2012
EU-Richtlinie könnte Motorradfahrern Nachteile bringen

Jürgen Leuders (l.) und Jürgen Schuurmann habe sich durch die komplizierte Materie gearbeitet.

Zwei Änderungen seien entscheidend dafür, dass Fahrschüler ab Mitte Januar 2013 mehr Zeit und Geld in den Führerschein der Klasse A investieren müssten: ein Umstand, den nach der Beobachtung der beiden Jürgens – daher der Name der Fahrschule – bislang kaum öffentlich wahrgenommen worden sei. Dabei sei es für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, demnächst den Motorradführerschein zu machen – egal, in welchem Ort und in welcher Fahrschule – interessant, genau abzuwägen, wann der richtige Zeitpunkt ist. „Wer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren den Motorrad-Führerschein macht, erhält bisher eine beschränkte Fahrerlaubnis, die nach zwei Jahren automatisch in eine unbeschränkte umgewandelt wird“, erklärt Jürgen Leuders.

Das würde sich jetzt ändern: Unter 25-Jährige würden dann nach erfolgreicher Prüfung einen Führerschein Klasse A 2 erhalten. Damit der dann nach zwei Jahren in einen Führerschein Klasse A umgewandelt wird und der Jung-Biker Maschinen fahren darf mit mehr als 48 Pferdestärken, „müssen die Anwärter eine neue praktische Prüfung ablegen“, so Jürgen Leuders. Nicht dass er und sein Kollege sich nicht über diese zusätzlichen Besucher in ihrer Fahrschule freuen würden, „aber für die Betroffenen ist das bestimmt ärgerlich“. Immerhin müsste die 300 bis 500 Euro für zusätzliche Fahrstunden und Prüfungzahlen. Auch für Leichtkraftfahrer (Führerscheinklasse A 1), diemit 25 Jahren oder älter aufs „große Motorrad“ wechseln wollen, wird sich die neue Richtlinie negativ bemerkbar machen, wie Schuurman ergänzt. Bislang werden geleistete Theoriestunden und Sonderfahrten noch angerechnet, ab 19. Januar 2013 nicht mehr.    Die neue Richtlinie hat auch ihr Gutes – zumindest aus der Sicht jüngerer Motorradfahrer: Mit dem Stichtag 19. Januar 2013 fällt die 80-Stundenkilometer-Begrenzung für jugendliche Leichtkraftrad-Fahrer in Deutschland ganz unabhängig vom Datum der Führerscheinerteilung. Bislang dürfen 16- und 17-Jährige nur 125 Kubikzentimeter fahren, die bauartbedingt auf diese Höchstgeschwindigkeit begrenzt sind.

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