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Einige Brunnenbesitzer müssen draufzahlen

Trinkwasser

Der trockene Sommer hatte es in sich. Geld gespart haben da die Besitzer eigener Brunnen. So erfreulich geht es für sie allerdings nicht weiter.

Heek/Legden

, 02.09.2018
Einige Brunnenbesitzer müssen draufzahlen

Das Wasser aus privaten Hausbrunnen wird künftig intensiver untersucht. © picture alliance / Julian Strate

Bereits seit Januar ist die „Verordnung zur Neuordnung trinkwasserrechtlicher Vorschriften“ in Kraft, die mit einer ganzen Reihe an Änderungen aufwartet. Und die bleiben auch in Heek und Legden nicht ohne Wirkung. Bei den privaten Hausbrunnen zum Beispiel.

Davon gibt es in den beiden Gemeinden nämlich zahlreiche. Genau: 533 in Heek und 293 in Legden. Durch die neue Bundesverordnung solle, so heißt es, für die Inhaber solcher „Eigenversorgungsanlagen“ bei den chemischen Kontrolluntersuchungen eine Entlastung eingeführt werden.

Neue Intervalle

Allerdings trifft das nur auf sogenannte c-Anlagen (Kleinanlagen nur für den Eigenbedarf) zu. Zwar sieht die neue Trinkwasserverordnung eine jährliche Beprobung des Trinkwassers vor, der Kreis Borken geht aber davon aus, dass sich die Kosten nicht wesentlich verteuern werden. Derzeit sind es 39,15 Euro für das Labor, mit dem der Kreis einen Rahmenvertrag unterhält.

Jeder Brunnen-Besitzer hat aber auch die freie Wahl des Labors.

Auch für die Anlagenbetreiber, die ihre Brunnen vermieten – zum Beispiel an Kleingartenbesitzer, Gastronomie, Mieter – sieht es erst einmal nach Erleichterungen aus: Jährlich wird das Trinkwasser zwar auch hier demnächst geprüft, allerdings nur noch auf fünf mikrobiologische Parameter (Bakterien). Alle drei Jahre ist jetzt die „große“ Beprobung vorgeschrieben – auf insgesamt 60 chemische Parameter wie Eisen, Mangan, Nitrit sowie auf Pflanzenschutzmittel.

Eine kostspielige Angelegenheit. 950 statt bislang 100 Euro werden dafür fällig. Ausnahmen auf der Basis einer Risikoabwägung sind hier zwar möglich, bringen aber weitere Kosten. Sollte nämlich eine Ausdehnung des Untersuchungsintervalls beantragt werden, ist das Einschalten eines Gutachters Pflicht. Kosten: noch mal 1000 Euro.

Verschärfung

Gleichzeitig sieht die neue Verordnung auch strengere Regeln vor. So entfallen die bisher üblichen Duldungen des Anlagenbetriebs bei Überschreitungen von Grenzwerten. Im kommunalen Innenbereich muss künftig, falls die Möglichkeit da ist, zudem ein Anschluss ans öffentliche Wassernetz erfolgen.

In der Verwaltungsspitze in Heek und Legden ist man sich der Thematik sehr wohl bewusst, hat aktuell aber noch keine Konsequenzen gezogen. Herbert Gausling, Fachbereichsleiter Planen, Bauen, Verkehr bei der Gemeinde Heek, äußert sich auf Anfrage der Münsterland Zeitung so: „Spätestens Ende des Jahres bei der Überprüfung der Satzungen werden wir uns damit befassen.“

Kollege Winfried Benning vom Fachbereich Planen, Bauen, Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Gebäudemanagement aus Legden will ein Gespräch, das demnächst mit den Wasserversorgern und dem Gesundheitsamt des Kreises geplant sei, abwarten: „Wir stehen erst am Anfang.“

Stellungnahme des Kreises

Der Kreis Borken weist darauf hin, dass der derzeitige Untersuchungsrahmen noch bis Ende des Jahres Bestand habe. „Das konkrete Vorgehen wird im Herbst mit dem zuständigen Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Kreistages abgestimmt“, lässt die Pressestelle dazu verlautbaren.

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