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Erleichterung: Die Deiche haben gehalten

Unwetter im Münsterland

HEEK Entspannt hat sich die Hochwasserlage am Samstagmorgen in Heek. Die Deiche haben gehalten – alle vier neuralgischen Punkte in den Ortsteilen Heek und Nienborg konnten mit vereinten Kräften vor einer Überflutung gerettet werden. Bis zum Einbruch der Dunkelheit, war die größte Gefahr gebannt, bilanzierte Bürgermeister Ulrich Helmich, der selbst bis 0.30 Uhr vor Ort war.

von Anne Winter-Weckenbrock

, 28.08.2010
Erleichterung: Die Deiche haben gehalten

Der Deich hat gehalten. Die Sandsäcke bleiben aber liegen...

„Ab dem Zeitpunkt mussten wir nur noch beobachten. Und wir sind weiterhin wachsam“, betonte er am Samstagvormittag. Eine Bilanz, was den Sachschaden und die finanziellen Folgen angeht, konnte er auch nach der Erkundungsrunde mit dem Feuerwehrchef am Morgen nicht ziehen: „Das muss sich noch zeigen.“ Auch, wie viele Keller voll gelaufen sind, ist noch nicht klar.Über 100 Meldungen habe es aber gegeben, gibt er eine Größenordnung vor.

Das Schlimmste konnte verhindert werden. Und zwar, weil alle mit angepackt haben, wie der Bürgermeister lobt: Die Einsatzkräfte - auch von außerhalb - , aber auch die Bevölkerung: „Heeker in Nienborg und umgekehrt“, bilanzierte Helmich: „In der Not haben alle zusammengehalten. Das Ergebnis: Die Deiche sind nicht übergelaufen.“ Ein Extra-Dankeschön wollte er den Familien der Feuerwehrmitgliedern geben: Sie sorgen für die Verpflegung, teilten Essen aus, kochten Kaffee, spülten Geschirr – ganz selbstverständlich. Der Bürgermeister hob auch das Engagement vieler Freiwilliger aus der Bevölkerung hervor, die entweder Sandsäcke befüllten oder mit Schiebkarren zum Deich transportierten, die Helfer mit Kaffee und Brötchen versorgten oder auch in vielen Privathäusern mithalfen, die Keller auszupumpen.  

Dass diesbezüglich die Feuerwehr ab Freitagnachmittag nicht mehr helfen konnte, bedauert der Bürgermeister. Aber: Neben den Deichen in Nienborg und Heek gab es zwei weitere wichtige Einsatzorte in der Gemeinde, an denen die Fahrzeuge und Pumpen gebraucht wurden: Das Hauptpumpwerk in der Stiege in Heek und die alte Kläranlage in Nienborg. Dort musste die Elektrik gehalten werden – und es galt sicher zu stellen, dass das Schmutzwasser weiter gepumpt wurde. Beides gelang. „In Nienborg war die Kläranlage in Insellage. Da haben die Helfer im Kreis gepumpt und nachher das Wasser gesprüht, damit es nicht sofort wiederkam und den Schaltschrank überflutete“, berichtet der Bürgermeister vom Ideenreichtum in der Notlage. Gegen 11 Uhr am Samstagvormittag hat die Feuerwehr das Gröbste geschafft. „Etwa sechs Stunden in 48“ beziffert Löschzugführer Hermann Kösters das höchstens erreichte Maß an Schlaf seiner Leute. Am Abend und in der Nacht hatten die auswärtigen Feuerwehrleute das Auspumpen von privaten Kellern übernommen, am Samstagmorgen standen dann die Rest- und Aufräumarbeiten im Vordergrund. Eine andere Aufgabe: Sandsäcke nach Gronau bringen, wo die Lage am Samstagvormittag noch brenzlig war.

Die Sandsäcke bleiben an den Deichen in Heek und Nienborg bleiben erst einmal liegen und es ist auch noch genügend Vorrat da. Das Grundwasser ist enorm angestiegen, und auch, wenn die Dinkel sich weitgehend in ihr Bett zurückgezogen hat: Wenn es, wie angekündigt, wieder starke Regenfälle geben sollte, wird die Lage schnell wieder ernst. Der Deich-Experte des Technischen Hilfswerks habe die Aktiven aus Heek eingewiesen, was in dem Fall zu machen ist, berichtet Ulrich Helmich. Und hofft, dass sie ihr neues theoretisches Wissen nicht in die Praxis umsetzen müssen.

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