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Ernte auch am Sonntag

Großeinsatz bei Bernd Telgmann

Unter lautem Getöse knabbert sich der riesige Häcksler durch die trockenen Maispflanzen. Immer zwölf Reihen auf einmal verschwinden in den monströsen, stählernen Zähnen des 1000-PS-Gefährts. Durch ein Rohr wird das fein geschnibbelte Gemisch wieder ausgespuckt. Im Gleichtakt fährt ein Trecker samt Kipper nebenher und nimmt die Silage auf. Die Maisernte im Münsterland liegt in den letzten Zügen. 45 Hektar standen am Sonntag bei Landwirt Bernd Telgmann an.

Heek

von Susanne Menzel

, 10.10.2016

"Um 6 Uhr ging’s los. Zehn Stunden, dann ist das meiste geschafft. Zum Schluss muss noch einmal abgedeckt werden, dafür brauchen wir so etwa zwei, drei Stunden - und dann kann der Herbst kommen", lacht der 35-Jährige.

Fast ein Nachbarschaftstreffen

Die Maisernte bei Telgmanns - das ähnelt fast einem Familien- und Nachbarschaftstreffen. "Lohnunternehmen nehmen wir nicht dazu. Hier hilft einer dem anderen. Nur der Häcksler, der ist angemietet", erklärt der Landwirt. Er selbst sitzt an diesem Tag weder auf dem Trecker noch auf anderem Gerät: "Ich bin für die Organisation verantwortlich", erklärt er und greift auch schon zum klingenden Handy. "Mitfahren? Kannst du. Aber du musst", gibt er Auskunft.

Das Wetter spielt mit

Vor allem der Nachwuchs aus dem Freundes- und Bekanntenkreis nutzt die Gunst der Stunde. "Trecker fahren ist interessant", lacht Telgmann. Das Wetter spielt den Landwirten zum Schluss doch noch in die Hände: "Besser als heute geht’s kaum", sagt der Fachmann. "Elf Grad, trocken und sonnig." Der Sandboden ist gut befahrbar. Obwohl der Ertrag auf seinen Feldern "leicht unterdurchschnittlich" sei. Aber: "Die Verwandtschaft hat’s wesentlich schlechter getroffen. Da sind oft 50 bis 60 Prozent weniger Ertrag drin gewesen als im Vorjahr."

Zehn Trecker sind an diesem Tag auf dem Hof im Einsatz. Alle in Bewegung. Die eine Hälfte auf dem Feld, die andere auf dem großen Silagehaufen. "Das Verdichten ist wichtig", sagt Telgmann. "Die Masse ist zwar sehr trocken, aber sie muss auch richtig gelagert werden, damit sie nicht schimmelt." Und so schieben die Fahrzeuge immer wieder das Maisgemisch hin und her. "Dadurch wird der Sauerstoff rausgepresst", erklärt Bernd Telgmann.

Fütterung der Bullen

Er nutzt das Häckselgut zur Fütterung seiner Bullen. Zwischen 320 und 340 Tiere stehen im Schnitt bei ihm im Stall. Allerdings reichen die eingefahrenen Mengen nicht ganz, um übers Jahr zu kommen: "Wir müssen wohl noch zukaufen", vermutet der Ahler. Und wieder klingelt das Handy. Ein weiterer Mitfahrer kündigt sich an. Telgmann guckt sich um, wo der nächste Trecker ankommt, um einen Fahrgast aufzunehmen. Unterdessen haben die Frauen Mittagessen vorbereitet - nur eine kurze Pause, dann geht es wieder weiter. Die Häckslerzähne sind noch lange nicht satt. 

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