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Im Winter gönnen sich die Bienen Ruhe

Besuch beim Hobbyimker

Detlef Bauerdick hebt vorsichtig den Deckel eines Holzkastens in seinem Bienenhaus. Es riecht nach Wachs und Honig. Nur wenige Tiere sind zu sehen, die ein leises Summen erzeugen. „Normalerweise ist es hier viel lauter. Die Bienen sind jetzt schon in der Winterruhe“ erklärt der Hobby-Imker.

HEEK

von Victoria Thünte

, 07.11.2014
Im Winter gönnen sich die Bienen Ruhe

Der Heeker Detlef Bauerdick besitzt zehn Bienenvölker, die zum Beispiel in Averbeck und Ahle stehen.

Während der kalten Monate sitzen die Bienen in einer Traube zusammen und wärmen sich gegenseitig. Erst wenn die Temperaturen im Frühling auf 10 Grad steigen, fliegen sie wieder. Dennoch hat Detlef Bauerdick auch im Winter genug Arbeit mit seinem Hobby. Zum Beispiel muss er den Bienen zufüttern. „Normalerweise ernähren sich die Tiere im Winter von dem Honig, den sie im Sommer gesammelt haben. Den habe ich ihnen aber ja weggenommen.“, erklärt der Heeker. Deswegen gibt er den Bienen Zuckerwasser, das sie in die Waben eintragen.

Die Beuten und Rähmchen für seine Völker baut der Imker selber. „Eine Beute ist der Kasten, in dem die Bienen leben. Die Rähmchen kommen in die Beute rein und darin entstehen die Waben aus Wachs und der Honig“, erklärt er. In diesem Winter hat er sich vorgenommen, neue Beuten aus Holz zu bauen. Bisher leben einige seiner Bienen noch in Styroporbeuten. „Ich möchte aber auf Dauer so ökologisch wie möglich arbeiten. Deswegen werde ich auf Holz umstellen“, sagt er.

Langsam hebt er die Folie, die die Rähmchen oben abdeckt. Sofort werden einige Bienen aktiver. Das Summen wird lauter und der Geruch nach Wachs intensiver. Eine Biene fliegt direkt in den Ärmel von Detlef Bauerdick. Behutsam schüttelt er sie wieder heraus. Angst vor Stichen hat er schon lange nicht mehr. „Am Anfang wurde ich bis zu zehn Mal am Tag gestochen. Inzwischen passiert das nur noch 20 Mal im Jahr“, erinnert er sich. Vorsichtig hebelt er ein Rähmchen frei, das mit Wachs verklebt ist, und zieht es heraus. Nur wenige Bienen hängen an der Wachsplatte. Im Sommer habe ein Volk zwischen 50 000 und 60 000 Bienen, sagt der Imker. Im Winter seien es nur noch 10 000 Tiere. Von März bis September legt die Königin rund 2000 Eier am Tag. Eine normale Arbeiterbiene lebt aber nur sechs Wochen. „Im Winter wird kein Honig produziert, also muss das Volk auch nicht so viele Bienen haben“, erklärt der Heeker.

Er besitzt zehn Völker, die an unterschiedlichen Standorten stehen. Einige Völker hat er zum Beispiel in Averbeck und Ahle untergebracht. Um den besonderen Akazienhonig zu bekommen, hat er zwei seiner Bienenstöcke sogar nach Berlin bringen lassen. „Da wachsen besonders viele Akazien und man kann sicher gehen, dass die Bienen nur da ihre Pollen sammeln“, sagt Detlef Bauerdick. Der Blütenhonig, der in Heek entsteht, wurde bei der Honigbewertung des Landesverbandes Westfälischer und Lippischer Imker mit Gold ausgezeichnet. „Ich habe den Honig eingeschickt, weil ich neugierig war, wie die Qualität ist. Dass ich direkt Gold bekomme, damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet“, sagt der Heeker. Erst seit 2012 ist er Imker und betreibt das Hobby nach Feierabend. Den Winter nutzt er auch, um neue Projekte zu planen. Im nächsten Sommer möchte er Schulklassen einladen und ihnen erklären, wie der Honig entsteht.    

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