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Tierschutz bleibt im Fokus

„Schweinetag Westfalen“

Was verlangen die Verbraucher in punkto „Tierwohl“ von den Nutztierhaltern? Welche Erwartungen hat der Lebensmitteleinzelhandel an die Schweinehalter? Und welche Auflagen macht der Gesetzgeber? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Vortragsveranstaltung „Think Pink – Schweinetag Westfalen 2012“, zu dem der Erzeugerring Westfalen die heimischen Tierhalter ins Landhotel Hermannshöhe nach Legden eingeladen hatte.

LEGDEN

10.06.2012
Tierschutz bleibt im Fokus

Fragen zur Tiergesundheit und zum Tierschutz standen im Mittelpunkt des Referats von Georg Freisfeld (Mitte) sowie der weiteren Vorträge beim »Schweinetag Westfalen 2012«.

„Das Thema Tierhaltung ist seit einigen Jahren in der öffentlichen Diskussion“, erklärte Dr. Karl Heinz Tölle, Chefredakteur vom Landwirtschaftlichen Wochenblatt Westfalen-Lippe und Moderator der Veranstaltung, in seiner Begrüßung. Die Folge seien zunehmende Haltungsvorgaben, Kontrollen und Verbote von Seiten der EU, führte Tölle aus. Vor diesem Hintergrund böte der „Schweinetag Westfalen 2012“ den heimischen Nutztierhaltern gute Gelegenheit zur Information und zum Austausch. „Der weitere Erfolg der Tierhaltung hängt von der weiteren Zustimmung der Gesellschaft ab.“ Diese These vertrat Roger Fechler vom Deutschen Bauernverband (DBV) in seinem Vortrag. Dieser Diskussion müsse sich die Landwirtschaft stellen und die Anpassung der Haltungssysteme an die Bedürfnisse der Tiere vorantreiben, meinte Fechler: „Abwarten und Stillhalten funktioniert nicht und schadet der Branche.“

Der DBV-Experte verwies in diesem Zusammenhang auf die jüngst von der Bundesregierung verabschiedete „Charta für Landwirtschaft und Verbraucher“ und verschärften EU-Tierhaltungsverordnungen. So hat gerade erst der Bundestag das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration zum 1. Januar 2017 beschlossen. Eine sofortige Umsetzung aller Tierschutzforderungen (Stichworte: Antibiotika-Einsatz, Ferkelkastration, Stallbauten) werde jedoch nicht funktionieren und führe zur Abschaffung der Nutztierhaltung in Deutschland, so Fechler. Im weiteren Verlauf informierten Bernhard Walgern vom Mitveranstalter Agravis und Georg Freisfeld (Erzeugerring Westfalen) über Anforderungen an die Ebermast und gaben praktische Tipps bei Fütterung und Haltung. Zentrale Faktoren sind dabei die tägliche Gewichtszunahme, die Futterverwertung und die Futteraufnahmefähigkeit der Tiere. Den Abschluss im Vortragsreigen bildete Burkhard Kallenbach, Mitglied der Geschäftsführung vom Lebensmittelkonzern Kaufland. In seinem Vortrag zum Thema „Der Lebensmitteleinzelhandel als Partner der Schweineproduzenten“ betonte auch er die hohe Priorität, die der Tierschutz heute bei den Verbrauchern einnehme.

Vor diesem Hintergrund setze der Lebensmittelhandel flächendeckend auf „QS“, das weltweit größte Prüfsystem für sichere Lebensmittel, das alle Akteure der Lebensmittelproduktion – vom Landwirt bis zur Ladentheke – einbinde. Einen eventuell notwendig werdenden Aufpreis für tiergerechte Haltungsbedingungen durch „QS“ würde der Handel akzeptieren, erklärte Kallenbach.

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