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Aufstieg ins Siegerteam bei europaweiter Ausschreibung

Heeker Unternehmen erfolgreich

Das Heeker Unternehmen Solidbox gehört zum Siegerteam bei europaweiter Ausschreibung. In Berlin wurde jetzt der Rahmenvertrag unterzeichnet.

von Susanne Menzel

Heek

, 04.06.2018
Aufstieg ins Siegerteam bei europaweiter Ausschreibung

Mit diesem Entwurf hat sich das Heeker Unternehmen Solidbox bei der europaweiten Ausschreibung beworben – und gehört jetzt mit zum Siegerteam.

Zwei Objekte in Heek, eines in Schöppingen – bisher hat das Start-up-Unternehmen Solidbox vor allem in der hiesigen Region seine zukunftsweisenden Baukonzepte umgesetzt. Jetzt allerdings hat der in der Heeker Bült ansässige Betrieb seine Fühler über die Grenzen des Münsterlands hinaus ausgestreckt – und sich an einer europaweiten Ausschreibung des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen in Kooperation mit dem Bundesbauministerium beteiligt.

Gemeinsam mit 50 weiteren Firmen. Solidbox gehört nach Abschluss des zweistufigen Verfahrens mit zum Siegerteam, das aus insgesamt neun Unternehmen besteht, die in den nächsten fünf Jahren bundesweit ihre Objekte für die diversen Auftraggeber errichten werden. Susanne Menzel sprach dazu mit Solidbox-Entwickler Hermann Stegink.

Zukunftsweisendes Baukonzept, ausgezeichnete Energieeffizienz, bedarfsgerechte Techniksteuerung. Bei diesen Schlagworten stelle ich mir Sie als eine Art Daniel Düsentrieb vor. Sind Sie als Entwickler für Solidbox auch jemand, der im stillen Kämmerlein über innovative Schritte nachdenkt?

Nein, so ist es sicherlich nicht. Klar, dass man die langjährige Erfahrung einbringt, um neue Wege zu beschreiten und daran auch intensiv tüftelt. Aber das macht Solidbox gemeinsam mit einem Team. So haben wir uns als Verbund mit dem Betonwerk Büscher aus Heek, dem Bauunternehmen Büter aus der Grafschaft Bad Bentheim oder auch der Roxeker Ingenieurgesellschaft beworben. Und gewonnen. Jeder hat sein Scherflein zum Gesamtkonzept beigetragen.

Beworben und gewonnen. Das hört sich vermutlich einfacher an, als es war?

Der zweistufige Wettbewerb war schon eine sehr aufwendige Herausforderung, bei dem europaweit nach dem besten Konzept für serielles Bauen gesucht wurde. Zunächst einmal mussten die Bewerber in einem ersten Schritt ihre fachliche Kompetenz sowie auch ihre Umsetzungskapazitäten unter Beweis stellen. Es geht ja hier nicht um einzelne Objekte, sondern um eine Vielzahl von Wohneinheiten. Aus den eingereichten Bewerbungen sind schließlich 17 Firmen übrig geblieben, die dann zur Abgabe detaillierte Konzepte inklusive Preisangaben aufgefordert wurden. Aus diesem Pool wiederum erhielten neun Unternehmen den Zuschlag. Und da sind nicht nur kleine Akteure dabei. Wir stehen in einer Reihe mit den Großen der Branche.

Zuschlag – heißt was?

Wir haben jetzt in Berlin einen fünfjährigen Rahmenvertrag unterzeichnet. Der sichert uns zu, dass die etwa 3000 Mitglieder und Wohnungsunternehmen des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen ihre Aufträge ohne erneute Ausschreibung an eins der neun Unternehmen vergeben kann.

Da könnten also demnächst deutschlandweit Objekte aus der Solidbox-Schmiede stehen?

Wir haben uns geografisch für den Raum bis Bremen, Hannover und Köln beworben. Sonst sind die Transportwege einfach zu lang.

Werden die Module ähnlich strukturiert sein wie die, die Sie in Schöppingen und Heek errichtet haben?

Nein. Unsere Module sind für die unterschiedlichsten Nutzungsmöglichkeiten ausgelegt. Als Reihen-, Block- und Block-Randbebauung. So befindet sich gerade ein Projekt mit acht Wohneinheiten für Emlichheim in der Planungsphase. In Wuppertal errichten wir 56 Wohneinheiten als Mehr-Generationen-Haus, in Bad Oeynhausen 40 Senioren-Wohnungen mit Gewerbeeinheit im Erdgeschoss. Diese unterschiedlichen Facetten haben übrigens auch die Jury sowohl unter architektonischen Gesichtspunkten als auch hinsichtlich der städtebaulichen Akzeptanz überzeugt.

Da könnten Sie sich ja als nächstes wieder für eine Bau-Maßnahme vor der Haustür ins Spiel bringen. In Heek werden gerade Ideen für alternatives Wohnen im Alter gesammelt.

Eine gute Idee. Bislang sind wir diesbezüglich mit der Gemeinde aber noch nicht ins Gespräch gekommen. Es könnte durchaus passen, zumal wir unseren Fokus bei den laufenden Aufträgen ja auch auf Seniorenwohnungen ausrichten. Unsere Energiebilanz, was die zweite Miete angeht, kann sich da übrigens sehen lassen. Das hat jüngst Schöppingen positiv erfahren. Obwohl die Wohnungen über den Winter nicht belegt waren, haben sie die Gemeinde kein Geld gekostet – durch die installierte Photovoltaik Anlage hat sie sogar noch Geld einnehmen können, wo sonst leer stehende Wohnungen zu Verlusten führen.

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