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Yvonne John aus Heek ins Amt eingeführt

Ehrenamtliche Laienpredigerin

AHAUS/HEEK "Heute ist ein ganz besonderer Tag für Yvonne John und für die ganze Gemeinde", begrüßte Pfarrerin Gunda Hansen aus dem Altarraum der Evangelischen Christuskirche in Ahaus die ungewöhnlich große Schar der Kirchenbesucher am Sonntag.

von Von Elvira Meisel-Kemper

, 23.08.2010

Das Lächeln der Begeisterung strahlte dabei nicht nur aus dem Gesicht von Yvonne John aus der ersten Reihe in den Raum. An der Seite von Superintendent Joachim Anicker war sie kurz vorher zusammen mit Hansen und Johannes Kitzel in die Kirche eingezogen, denn an diesem Tag sollte sie gesegnet und offiziell in das Amt der zweiten, ehrenamtlichen Laienpredigerin der Christusgemeinde eingeführt werden.

„Am 8. November 2009 wurde Johannes Kitzel als erster Laienprediger ins Amt eingeführt. Deshalb wird er auch die Assistenz der Einführung übernehmen“, kündigte Hansen an. Die Kollekte sei für die Flutopfer in Pakistan bestimmt. Nach dem Lieblingslied von Yvonne John – „Stern, auf den ich schaue“ – ging Anicker in seiner Predigt auf das eigentliche Anliegen des geistlichen Amtes ein: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht. Es führt uns mitten ins Zentrum dessen, was unsere Aufgabe als Prediger ist. Der höchste Zweck des Predigtamtes ist es, den Menschen zum Glauben zu führen.“ Und direkt an John und die Gemeinde gewandt, fügte er hinzu: „Sie werden heute ermächtigt, zu predigen, zu taufen, zu trauen, zu beerdigen und das Abendmahl auszuteilen. Ich bitte euch, den Dienst dieser Schwester anzunehmen.“

Nach ihrer Einführung leitete John den Gottesdienst bis zum Segen weiter. Ihre erste Predigt in diesem Amt handelte vom biblischen „Damaskus-Erlebnis“, der Wandlung des Saulus zum Paulus. „Wie stellen Sie sich das Damaskus-Erlebnis vor? Ich stelle mir das vor als einen inneren großen Kampf“, wandte sie sich an die Gemeinde und meinte vielleicht indirekt ihre eigene Geschichte damit. 1964 wurde die gelernte Erzieherin, die in Heek lebt und in Schöppingen arbeitet, in Legden in die katholische Familie Roters geboren. 2005 begann sie das Studium der katholischen Theologie in Münster. Kurz darauf ist sie zum evangelischen Glauben konvertiert. „Mir war immer klar, dass ich vom Kopf her evangelisch war. Die Predigt ist für mich das Wichtigste im neuen Amt, damit ich Stimme werden kann“, fasste John im Gespräch den Wandel zusammen.

Im Dezember 2009 hatte sie Hans John geheiratet, der im Februar plötzlich verstarb. „Er ist auf jeden Fall hier. Davon bin ich überzeugt“, kehrte sie ihr Herz nach außen. „Gott sucht keine perfekten Menschen, sondern ganz normale Menschen,“ gab Anicker John mit auf den Weg beim Überreichen der Urkunde im Dorothee-Sölle-Haus. 

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