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Zuviel Nitrate im Grundwasser

Grenzwerte überschritten

HEEK / KREIS BORKEN Umwelt- und Gewässerschützer schlagen Alarm nach den Analysen des Wassers aus 44 privat genutzten Brunnen im Raum Gronau, Epe und Nienborg: In über einem Viertel der Proben lag die Nitratkonzentration über dem Grenzwert.

von Von Melanie Steur

, 10.08.2010
Zuviel Nitrate im Grundwasser

Harald Gülzow, Sprecher des Vereins VSR-Gewässerschutz, bei Analysen im Labormobil.

Der Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation für Trinkwasser liegt bei 50 Milligramm pro Liter. 146 Milligramm Nitrat pro Liter fanden die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz bei ihren Messungen in einem privat genutzten Brunnen in Epe, 106 Milligramm pro Liter in der Bauerschaft "Am Berge". Weitere sehr hohe Belastungen stellten die Umweltschützer auch in Gronau mit 99 Milligramm Nitrat pro Liter und in Nienborg mit 93 Milligramm fest.

Die Beunruhigung ist nicht ohne Grund: Nicht nur, dass das Wasser bei so starker Belastung nicht mehr zum Trinken geeignet ist, beim Bewässern im Garten kann es auch zur Nitratanreicherung in verschiedenen Gemüsesorten kommen. Harald Gülzow, Sprecher des Vereins VSR-Gewässerschutz warnt: Das mit Nitraten belastete Grundwasser sickere den Bächen in der Region zu und fließe dann über Dinkel und Vechte weiter zum Ijsselmeer und zur Nordsee. Dort wirke das Nitrat als Dünger und fördere das Algenwachstum.

"Was dort im Großen auffällt, können schon viele Gartenteichbesitzer im Kleinen beobachten: Sobald das belastete Grundwasser in ein stehendes Gewässer geleitet wird, führt es dort schon bei 25 Milligramm Nitraten pro Liter zu einem enormen Algen- und Pflanzenwachstum", so Gülzow. In über einem Drittel der bislang untersuchten Brunnen ist dieser Wert bereits überschritten worden. "Seit Jahrzehnten sind die Grundwasserprobleme bekannt, aber die verantwortlichen Politiker schaffen immer noch keine Rahmenbedingungen, um sauberes Grundwasser zu gewährleisten", bemängelt Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende der Umweltschutzorganisation VSR-Gewässerschutz.

  • Im Projekt "Nitratbelastung unserer Gewässer" werden außer Grundwasserproben auch Messfahrten an den Flüssen und Bächen durchgeführt, um die Auswirkungen der regionalen Grundwasserbelastungen auf die Gewässer feststellen zu können.
  • Umweltschützer beraten auch Gartenbesitzer und Verbraucher, wie diese Einfluss auf die Nitratbelastung nehmen können.
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