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Baggern in der Gräfte: Entschlammung am Schloss Westerwinkel

Wasserschloss Westerwinkel

Wo sich üblicherweise das Wasser befindet, das dem Wasserschloss seinen Titel gibt, arbeiten jetzt Bagger an der Entschlammung – durch gute Bedingungen versinken sie selbst nicht im Schlamm.

Herbern

, 10.09.2018
Baggern in der Gräfte: Entschlammung am Schloss Westerwinkel

Am Schloss Westerwinkel rollen gerade die Bagger © Ulla Wienke

Oft war sie Thema in diesem Sommer: die extreme Trockenheit. Südseeverdächtige Temperaturen hielten sich über Wochen, ohne das es nennenswerten Niederschlag zu verzeichnen gab.

Am Wasserschloss Westerwinkel führte das zu Problemen. Das Gewässer drohte durch niedrigen Sauerstoff- und gleichzeitig hohen Schlammgehalt umzukippen.

Ein entstehender Botulismus – die Bildung eines Nervengifts durch die Umweltbedingungen – führte sogar zu vereinzeltem Tiersterben.

Doch nun wolle man „aus der Not eine Tugend machen“, sagt Stefan Grünert, Rentmeister am Wasserschloss Westerwinkel der Merveldt’schen Verwaltung.

Kaum Wasser, nur noch Schlamm

Daher beginnt ein externer Unternehmer momentan mit Baggerarbeiten an einer der Außengräften des Schlosses. Dort wo die Verschlammung so extrem ist, dass kaum noch Wasser und nur Morast in der Gräfte ist, nutzt die Schloss-Verwaltung die Trockenheit zu ihrem Vorteil. So sei es möglich den Schlamm zu entfernen – nicht nur den durch diese Trockenheit entstandenen.

Dafür pumpten die Arbeiter das wenige noch vorhandene Wasser bereits ab und führten es in die anderen Gräften. Die voraussichtlich eingesetzten zwei Bagger tragen den Schlamm in dem Teilbereich in den kommenden Wochen ab.

Nur Teilbereich möglich

Alle Gräften zu entschlammen sei aus mehreren Gründen nicht möglich. Die Gesamtfläche sei dafür viel zu groß, so Grünert. Das wäre zum Einen ökologisch nicht machbar, da man die Fische umsiedeln müsse. Zum Anderen sei der Kostenpunkt für die Merveldt’schen Verwaltung als private Gesellschaft ansonsten zu hoch.

Schon bei der momentan bearbeiteten Fläche von etwa 8000 Quadratmetern, kämen sie mit 100.000 Euro wohl kaum aus, schätzt der Rentmeister. Die hektarweise Entschlammung sei demnach zu teuer, wenn man bedenkt, dass es bei den Arbeiten „nur“ um den Erhalt der Schlosslandschaft gehe, ohne einen bezifferbaren Ertrag.

Wie lange die Entschlammung des abgegrenzten Teilbereiches dauere komme auch auf das Wetter an. „Wenn Regen kommt, wird das Ganze unwahrscheinlich schwieriger“, so Stefan Grünert. Er hofft in drei bis vier Wochen mit dem Teilbereich der Gräften fertig zu sein.

Bagger versinkt nicht durch gute Bedingungen

Dass der Bagger unterdessen in dem ganzen Schlamm nicht versinkt, ist den vergleichsweise guten Bedingungen am Wasserschloss zu verdanken. Unter dem Schlamm befände sich hier nämlich eine Mergelschicht. Ein sehr fester Untergrund, „fast wie eine Betonplatte“, ermögliche den Baggern einen festen Stand, wie Grünert erklärt. Der Schlamm werde anschließend ordnungsgemäß abgefahren.

Nicht nur der schlammige Boden gerät ins Visier der Arbeiten. Zusätzlich sei es möglich die Böschung wiederherzustellen. Der über die Jahre vom Wellengang weggeschwemmte Boden könne mit Lehmboden-haltigen Wasserbausteinen repariert werden. Eine Arbeit, die an verschiedenen Stellen der Gräften „über die Jahre immer mal wieder anfällt“, so Grünert.

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