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Chauffeur und Seelsorger: Taxiunternehmer machen immer mehr Krankenfahrten

HERBERN Hohe Spritpreise und immer weniger Kunden. Viele Taxiunternehmer müssen in diesen Zeiten um ihre Existenz kämpfen. Auch Edeltraud Gensemeyer (49) kennt dieses Problem. Viele können sich eine Taxifahrt gar nicht mehr leisten. Deswegen hat sich die Taxifahrerin einen ganz neuen Kundenstamm aufgebaut: Schwerkranke.

von Von Anika Luckei

, 08.08.2008
Chauffeur und Seelsorger: Taxiunternehmer machen immer mehr Krankenfahrten

Edeltraud Gensemeyer (49), einzige Taxiunternehmerin in Herbern, fährt schwerkranke Menschen zu ihren Thearpien.

"Die Kosten für Diesel sind enorm gestiegen. Außerdem wollen oder können sich viele Kunden keine Taxifahrt mehr leisten", erzählt die Unternehmerin. Wie viele andere in der Branche, ist Gensemeyer deshalb auf so genannte Krankenfahrten angewiesen. Die Kunden: Schwerkranke Menschen, die zur Chemotherapie oder zur Dialyse müssen. Die Kosten für die Fahrten übernehmen die Krankenkassen."Ich bin Chauffeur und Seelsorger gleichzeitig"

Gensemeyer: "Diese Menschen müssen regelmäßig, oft mehrmals die Woche und über einen langen Zeitraum zu ihrer Therapie." So hart es klingt: Der Transport von schwerkranken Menschen lohnt sich. Doch für die Taxifahrerin ihr Beruf viel mehr als nur ein Geschäft. "Ich bin für diese Menschen Chauffeur und Seelsorger zugleich. Ich leide, weine und lache mit meinen Kunden." Manche Freundschaften endeten mit dem Tod Und so haben sich in den vielen Jahren bereits Freundschaften ergeben. Manche von ihnen haben mit dem Tod geendet, andere bestehen bis heute. "Ich habe einen Patienten acht Jahre lang dreimal die Woche zur Dialyse gefahren. Der schönste Moment war als er eines Nachts anrief und sagte, dass eine Spenderniere da sei." Damals sei sie nicht in der Lage gewesen den Patienten selbst zur Transplantation zu fahren. "Ich war so aufgeregt, dass mein Mann das übernehmen musste."

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