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Eklat im Junioren-Fußball: "Sowas gab's noch nie"

Hässliche Szenen in Werne

Solche Szenen habe es im Jugendbereich noch nie gegeben - so kommentierte der westfälische Verband die hässlichen Vorkommnisse bei einem Junioren-Fußballspiel am Samstag in Werne. Rund 20 junge Fans hatten Böller und Pyrotechnik gezündet. Beim betroffenen Verein rumort es derweil hinter den Kulissen.

WERNE/HERBERN

, 17.11.2014
Eklat im Junioren-Fußball: "Sowas gab's noch nie"

Gudrun Krey, Abteilungsleiterin Fußball bei Union Lüdinghausen, hat nach dem Eklat deutliche Wort gefunden: Die Vereinsvertreter vor Ort hätten die Vorkommnisse auf jeden Fall verhindern müssen. Die Aussage geht in Richtung des Sportlichen Leiters Daniel Schürmann (r.), der den Vorfall zunächst verharmlost hatte.

Klare Worte von Jürgen Bornemann: Der Vorsitzende von Union Lüdinghausen distanziert sich im Namen des gesamten Vereins von den Vorkommnissen beim Kreispokalfinale der B-Junioren. Er verurteilt auch die Aussagen des eigenen Jugendleiters Ralf Hönicke und die des Vorstandsmitglieds Daniel Schürmann, die den Vorfall bagatellisiert hatten. Bornemann kündigt Konsequenzen an.

Während des Endspiels am Samstag zwischen Lüdinghausen und dem SV Herbern (2:1) in Werne hatten rund 20 junge Fans der Union mehrfach Böller und Pyrotechnik gezündet. Zudem ständig Schmähgesänge angestimmt. Hönicke und Schürmann verurteilten zwar die Böllerwürfe und das Abbrennen von Pyrotechnik, verharmlosten aber die Schmähgesänge. Hönicke sagte, dass Schmähgesänge leider zum Fußball dazu gehören. Wer das nicht abkönne, solle ins Kloster gehen.

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Das sieht Gudrun Krey, Abteilungsleiterin Fußball bei der Union, ganz anders. „Unsere Verantwortlichen vor Ort hätten das strikt unterbinden müssen. Müssen!“, sagt sie. Sie könne es nicht verstehen, dass die Erwachsenen die „eigenen Jungs“ nicht zur Ruhe bewegen konnten. Sie sagt auch, dass sie persönlich das Plakat „Fuck you SVH“ abgehängt hätte, wäre sie da gewesen.

Am Mittwoch trifft sich die Fußballabteilung zu einer Sitzung. Ganz oben auf der Tagesordnung stehen die Vorfälle von Werne. Auch Jürgen Bornemann wird kommen. Er ist sauer, spricht von möglichen Sperren für die Spieler, die sich unter den Störenfrieden befanden. Es waren Akteure der eigenen A-Jugend und der ersten Mannschaft dabei.

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Hässliche Szenen bei Junioren-Fußballspiel in Werne

Während des Endspiels im Fußball-Kreispokal der B-Junioren am Samstag zwischen Union Lüdinghausen und dem SV Herbern (2:1) in Werne haben rund 20 junge Fans der Union mehrfach Böller und Pyrotechnik gezündet. Zudem stimmten sie ständig Schmähgesänge an.
15.11.2014
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Immer wieder zündeten die Lüdinghausener Anhänger Böller und Pyrotechnik - und hüllten damit Teile des Werner Platzes in Nebel.© Foto: RN
Immer wieder zündeten die Lüdinghausener Anhänger Böller und Pyrotechnik - und hüllten damit Teile des Werner Platzes in Nebel.© Foto: RN
Immer wieder zündeten die Lüdinghausener Anhänger Böller und Pyrotechnik - und hüllten damit Teile des Werner Platzes in Nebel.© Foto: RN
Im Hintergrund ist das Banner zu sehen, auf dem "Fuck SVH" steht.© Foto: RN
Unter den Fans der Union waren zahlreiche Spieler der A-Junioren und der ersten Mannschaft. Ihnen drohen jetzt interne Strafen.© Foto: RN
Gudrun Krey, Abteilungsleiterin Fußball bei Union Lüdinghausen, hat nach dem Eklat deutliche Wort gefunden: Die Vereinsvertreter vor Ort hätten die Vorkommnisse auf jeden Fall verhindern müssen. Die Aussage geht in Richtung des Sportlichen Leiters Daniel Schürmann (r.), der den Vorfall zunächst verharmlost hatte.© Archivfoto: Malte Woesmann
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Auch mit Jugendleiter Hönicke und Schürmann wird er intensiv sprechen. „Deren Aussagen gehen nicht“, sagt Bornemann. Ob und welche Sanktionen es geben wird, entscheidet sich erst Ende der Woche. Dann trifft der komplette Vorstand mit allen Abteilungsleitern der Union zusammen. Fest steht laut Bornemann, dass die Außendarstellung des Klubs gelitten hat. „Unglaublich. Unsere Badmintonabteilung wird Deutscher Meister und unsere Fußballer zünden Pyrotechnik bei einem Jugendspiel“, so Bornemann. Er wird sich persönlich beim Werner SC und dem SV Herbern entschuldigen.

Der Fall kommt auch vor die Spruchkammer. Deshalb will sich der Kreisjugendvorsitzende Rainer Gründges nicht groß äußern. „Ein schwebendes Verfahren“, sagt er. Er nimmt den Ausrichter Werner SC aber in den Schutz, weil das eine Situation gewesen sei, die niemand so bisher erlebt habe. Staffelleiter Jürgen Schmidt bestätigt das. Er hat sich Montag beim Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) erkundigt, ob es einen ähnlichen Fall schon einmal gegeben hätte. „Der FLVW hat mir gesagt, dass es so etwas im Jugendbereich noch nicht gegeben hätte“, sagt Schmidt.

Er bestätigte auch, dass es in diesem Jahr schon der zweite Vorfall mit der Union war. Die Meisterschaftspartie zwischen den B-II-Junioren des Klubs gegen JSG Südkirchen/Cappelle wurde abgebrochen, weil der Schiedsrichter von Union-Zuschauern massiv beleidigt wurde. Lüdinghausen bekam eine Geldstrafe aufgebrummt. Die Partie wurde aber wiederholt, weil der Referee nicht alle Mittel ausgeschöpft hatte. Er hatte die Begegnung abgebrochen, ohne zuvor Ordner anzufordern oder mit den Trainern zu sprechen. Diesen Fall kannte Gudrun Krey bis Montag noch gar nicht. Die Jugendabteilung habe sie nicht informiert. Ein weiterer Punkt, der am Mittwoch auf die Tagesordnung kommt.

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