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Gasbohrungen: Anwohner in Nordick haben Angst

Unterschriften übergeben

200 Unterschriften haben die Einwohner der Bauerschaft Nordick an Bürgermeister Dr. Bert Risthaus übergeben. Ihre Hoffnung: Die Pläne der Hamm-Gas GmbH zu verhindern. Denn das Unternehmen will ausgerechnet in ihrer Nachbarschaft nach Flözgas suchen. Mit solchen Arbeiten hat man dort schlechte Erfahrungen gemacht.

HERBERN

, 06.11.2014
Gasbohrungen: Anwohner in Nordick haben Angst

Martin Eschhaus (r.) übergab im Namen der Einwohner von Nordick mehr als 200 Unterschriften gegen das Gasbohr-Vorhaben an Bürgermeister Dr. Bert Risthaus.

Denn die Region war in den 70er- und 80er-Jahren bereits vom Bergbau betroffen. Davon zeugt heute noch das Teufgerüst für die mittlerweile verfüllten Schächte 5 und 6. Und eben die Brachfläche von Schacht Radbod 7, wo Hamm-Gas eine Erkundungsbohrung für Flözgas niederbringen will. Das macht den Nordickern Angst – gegenüber Bert Risthaus erläuterten sie auch, warum.

In Nordick hat es durch den Bergbau rund 100 Bohrungen auf mehr als 1000 Meter Tiefe gegeben. Martin Eschhaus, Sprecher der Einwohnerbewegung: „Unser Boden sieht also aus wie ein Schweizer Käse.“ Die Besorgnis der Bürger: „Sobald jegliche Art von Gasbohrung stattfindet, bei der mit Druck gearbeitet wird, könnten schädliche Substanzen aus den bereits vorhandenen Bohrlöchern in andere Schichten getragen werden und das Grundwasser verseuchen.“ Außerdem könnte Gas durch alte Löcher im Boden an die Oberfläche dringen.

In Nordick haben alle Hausstellen eine Eigenwasserversorgung. Durch die im Bergbau erfolgten Bohrungen wurde der Grundwasserspiegel bereits abgesenkt, sodass für die Hausbrunnen mittlerweile wiederum mehrere neue Löcher gebohrt werden mussten. Die Nordicker befürchten, dass durch die von Hamm-Gas geplanten Bohrungen erneut der Grundwasserspeigel angegriffen wird. Eschhaus: „Je tiefer wir bohren müssen, desto schlechter wird die Qualität des Wassers.“

In Nordick und Umgebung haben sich Fälle von Tumoren gehäuft. „Nahezu jede Hofstelle ist mittlerweile in einer Form davon betroffen“, sagt Eschhaus. Die genaue Ursache ist unbekannt – die Nordicker vermuten jedoch einen Zusammenhang mit dem Bergbau. Ihre Angst: Eine neue Bohrung könnte die Ursache der Krankheitsfälle verstärken. Ebenso wie alle Herberner sind auch die Nordicker aufgerufen, an der Bürgerversammlung am Mittwoch, 12. November, um 18 Uhr in der Fontane-Hauptschule, Altenhammstraße 29 in Herbern, teilzunehmen. Dann wird sich Hamm-Gas-Geschäftsführer Ralf Presse den Fragen der Zuhörer stellen. Mit auf dem Podium sitzen dann auch Dr. Ulrich Pahlke vom Geologischen Dienst NRW, Kreislandwirt und Vorsitzender der Wasserkooperation Kreis Coesfeld Anton Holz sowie Jürgen Blümer von der Bügerinitiaitve gegen Gasbohren aus Drensteinfurt.

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