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Gasbohrungen: Bürger formulieren Appell an Politik

Nach Gesetzesentwurf

Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Aufweichung des geplanten Fracking-Verbots sorgt für Wirbel – nicht nur in Berlin, sondern vor allem auch in Herbern, Werne, Drensteinfurt und Hamm. Kurz: dort, wo Gas in der Erde schlummert.

WERNE/HERBERN

, 24.11.2014
Gasbohrungen: Bürger formulieren Appell an Politik

Jürgen Blümer von der BIGG Drensteinfurt hat den gemeinsamen Appell verfasst. Er war auch bei der Bürgerinformation in Herbern dabei.

Die  Bürgerinitiativen kämpfen nicht nur gegen das umstrittene Fracken. Dabei wird ein Wasser-Chemikalien-Gemisch mit Hochdruck in den Boden gepumpt, um das im Gestein eingeschlossene Gas aufzusprengen. Sie kämpfen auch gegen herkömmliche Gasbohrungen in zerklüfteten Gesteinsmassen, wie Hamm-Gas sie unter Herbern plant. Das haben Vertreter der Bürgerinitiativen gegen das Gasbohren (BIGG) aus den vier Orten am Montag in einer gemeinsamen Erklärung deutlich gemacht.

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„Die Hamm-Gas GmbH & Co KG will bei den Bohrungen in Herbern weiter die Lücken im unzeitgemäßen Bergrecht ausnutzen, um die Erdgasförderung wirtschaftlich betreiben zu können“, schreibt Jürgen Blümer aus Drensteinfurt. Hamm-Gas sei ein wirtschaftsorientiertes Unternehmen, das sich an der Gesetzesgrundlage orientiere, teilte er in der am Montag verschickten Pressemitteilung mit. Die Politik sei nun gefordert, Umwelt und Bürgerrechte zu schützen.

Hamm-Gas setze weiter darauf, „die Risiken bei der Gasförderung auf die Gesellschaft und den Staat abzuwälzen, anstatt als verantwortungsvolles Unternehmen Vorsorge zu treffen“. Das gültige Bergrecht mache es dem Unternehmen dabei leicht. Vorgaben wie Sicherungsrücklagen und Schadensverantwortung, die in anderen Rechtsfeldern längst Standard seien, fänden sich im Bergrecht noch nicht.

Die Folge: Jürgen Blümer befürchtet, dass Hamm-Gas eine ausreichende finanzielle Absicherung von Schäden durch Erdbeben oder Verseuchung von Böden nicht vorgesehen habe. Das Risiko liege allein bei den Bürgern. „Damit ist nun die Politik gefordert“, so Blümer, „allen voran die Stadt Hamm, da deren Stadtwerke mit 30 Prozent an Hamm-Gas beteiligt sind“. Damit stehe die Stadt in der Verantwortung. Die Bürgerinitiativen wenden sich aber auch an die örtlichen Bundestagsabgeordneten der CDU und der SPD. Ob Michael Thews (SPD), Sylvia Jörrißen (CDU) oder ihre Kollegen aus den münsterländischen Nachbarkreisen: „Es liegt nun besonders an diesen Politikern, für diese Region und die Menschen, die hier leben, in Berlin aufzutreten, um den Plänen der Bundesregierung Einhalt zu gebieten.“

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