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Joseph Krampe ist der Freund der Dohlen

Raben in Herbern

Josef Krampe (85) aus dem Altenhamm hat ein paar eher ungewöhnliche Begleiter. Viele Menschen halten sie für regelrechte Unglücksbringer. Krampe tut das nicht. Im Gegenteil.

Herbern

, 15.06.2018
Joseph Krampe ist der Freund der Dohlen

Seit seiner Jugendzeit ist Josef Krampe (85) von den Rabenvögeln fasziniert. Bis heute päppelt er Tiere auf, die aus dem Nest gefallen sind. Sie danken es ihm mit Vertrauen und zum Teil jahrelanger Treue.Hurek © Claudia Hurek

Intelligent, treu, gesellig. Diese drei positiven Eigenschaften vereint die kontaktfreudige Dohle, die im Jahr 2012 Vogel des Jahres war, in sich. Doch trotz dieser hervorstechenden Merkmale hat die Dohle den Nachteil, ähnlich wie fast alle Rabenvögel, dass sie wenig beliebt ist.

Das kann Josef Krampe (85) aus dem Altenhamm so gar nicht nachvollziehen. Seitdem der gelernte Landwirt im jugendlichen Alter von 14 Jahren die erste aus dem Nest gefallene Dohle aufgepäppelt hat, ist er fasziniert von dem schwarzen Rabenvogel, der in früherer Zeit als Unglücksbringer für Krankheiten wie die Pest oder andere Schicksalsschläge galt.

„Meine erste Dohle hat mich damals sogar täglich von der Schule abgeholt“, so Krampe. Im Laufe der Jahre hat er immer mal wieder Dohlen, die aus dem Nest gefallen sind und um die sich die Vogeleltern nicht mehr gekümmert haben, aufgezogen. „Früher habe ich noch mühsam den halben Garten mit Schaufel und Spaten nach Würmern umgegraben. Inzwischen funktioniert das sehr gut mit Kükenaufzuchtfutter“, sagt der Tierfreund.

Hinkefuß kehrt immer noch zurück

Zurzeit leben in dem extra für die jungen Vögel gebauten Haus am Zaun im heimischen Garten wieder zwei „gefallene“ junge Dohlen. Die machen sich flugs auf, sobald sie die Stimme ihres Retters im Garten vernehmen, um es sich auf dem Arm oder der Schulter ihres Ziehvaters bequem zu machen. Die Aussicht auf ein „Leckerchen“ mag dazu beitragen.

„Vor gut sechs Jahren habe ich eine Dohle mit einem kaputten Bein gehabt; die kommt immer noch zu Besuch, wenn wir im Garten sind“. Liebevoll nennt er das Tier „Hinkefuß“, was Ehefrau Elisabeth lachend kommentiert: „Das ist kaum zu glauben, dass die immer noch den Weg hierher finden. Inzwischen haben einige der Dohlen genauso graue Haare wie wir“. „Selbst, wenn die oben auf dem Kirchturm von St. Benedikt sitzen, kommen sie angeflogen, sobald Josef im Garten ist“, fügt sie hinzu.

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