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Schuhmachermeister - einer der Letzten aus einem traditionsreichen Handwerk

ASCHEBERG In der kleinen Werkstatt riecht es nach Klebstoff, der sich mit dem Geruch von Leder vermischt. Auf einem Regal türmen sich Schuhe. Auf der langen Werkbank liegen Zangen, Hammer und weitere Arbeitsutensilien. Frank Neuhaus ist Schuhmachermeister - wie sein Opa vor ihm. Viele gibt es allerdings nicht mehr. Sein Beruf ist vom Aussterben bedroht.

von Von Tina Nitsche

, 15.08.2008

 Mittendrin sitzt Frank Neuhaus und schlägt einen Nagel in den Absatz eines Reitstiefels. Frank Neuhaus ist Schuhmachermeister.

"Der Beruf hat heute Seltenheitswert", sagt er, während er den Stiefel weiter bearbeitet. "Schon damals, als ich die Ausbildung machte, waren in unserer Berufsschulklasse gerade einmal fünf Leute", erinnert er sich ganz genau.

Familientradition

Er selber folgte mit seiner Ausbildung einer langen Familientradition und übernahm später die Werkstatt von Opa Bernhard. "Früher haben hier vier Schuhmacher gearbeitet", erzählt er. Der Wandel habe eingesetzt, als die Schuhindustrie mit Fertigprodukten den Markt überschwemmte. "Maßschuhe waren da nicht mehr gefragt."

"Es wird wieder mehr repariert."

Seitdem beschränkten sich Opa Bernhard und Frank Neuhaus auf Schuhreparaturen. Momentan hat Neuhaus viel zu tun. "Es wird wieder mehr repariert. Der Trend geht weg vom Billigschuh hin zu den hochwertigeren Modellen", so Frank Neuhaus. Gut für ihn, denn teure Schuhe lassen die Besitzer dann doch lieber nochmal reparieren.

Gut zu tun hat er allerdings auch noch aus einem anderen Grund: Es gibt kaum Mitbewerber. In kleinen Orten finden sich vielfach nur noch Familienbetriebe. "Neulinge gibt es nicht. Der Beruf hat kein gutes Image."

Solides Handwerk

Kurzum es ist kein Traumberuf, aber es ist ein Handwerk. Frank Neuhaus hat seine Berufswahl nie bereut. Denn er kann kreativ sein, hat das solide Handwerk von der Pike auf gelernt, kann Maß gefertigte Schuhe herstellen. Neuerdings steigt die Nachfrage in diesem Bereich wieder", freut er sich.

Familiäre Atmosphäre

Den Reitstiefel hat er mittlerweile repariert, als die Tür aufgeht und eine ältere Dame ein paar Schuhe bringt. Die Atmosphäre ist familiär. Die Absätze müssen gekürzt werden. Eine kurze Beratung gibt es inklusive.

Der gute Service gehört zur Tagesordnung genau wie das solide Handwerk. Eines was eigentlich dauerhaft gebraucht wird. "Denn die Welt ist rund und gelaufen wird immer", lacht Frank Neuhaus.

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