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Tote Enten durch niedrigen Wasserstand am Schloss Westerwinkel

Tote Enten

Die Trockenheit hat den Wasserstand in den Gräften am Schloss Westerwinkel bereits stark gesenkt – dadurch entwickelt sich in dem Gewässer ein starkes Gift, dem schon Enten zum Opfer fielen.

Herbern

, 14.08.2018
Tote Enten durch niedrigen Wasserstand am Schloss Westerwinkel

Der niedrige Wasserstand in den Gräften am Schloss Westerwinkel, lasst sich an der Außenwand gut erkennen. Jetzt forderten die extremen Bedingungen schon tierisches Leben. © Claudia Hurek

Endlich gab es in den vergangenen Tagen ein paar Tropfen Regen. Lang ersehnt, doch eben nur ein paar. Die Folgen des Supersommers lassen sich dadurch noch nicht ausgleichen. Am Wasserschloss Westerwinkel spitzt sich die Lage immer mehr zu.

So forderte der niedrige Wasserstand in den Gräften des Schlosses schon mehrere tierische Opfer. „Die Lage wird allmählich bedrohlich“, sagt Stefan Grünert, Rentmeister von der Merveldt’schen Verwaltung. Durch den kaum vorhandenen Niederschlag der vergangenen Wochen befindet sich zu wenig Sauerstoff in dem wenigen, noch übrigen Wasser in den Gräften.

Starkes Nervengift

Eine durchgehend hohe Wassertemperatur tut ihr übriges für einen hohen Schlammgehalt in dem Gewässer. Allmählich verenden die Fische. „Wir haben zum Glück noch kein großes Fischsterben“, gibt Grünert aber etwas Entwarnung. Bisher seien es nur ein paar tote Tiere.

Doch nicht nur Fische leiden unter der Situation. Vermehrt holten die Mitarbeiter der Verwaltung mit dem Kescher auch Enten aus dem Gewässer. Durch den niedrigen Sauerstoffgehalt entsteht Botulismus.

Das bedeutet, dass die Bakterien in dem Schlamm ein starkes Nervengift produzieren. „Die Bakterien sind überall vorkommend“, erklärt Dr. Willfried Hasert vom Veterinärdienst des Kreises Coesfeld.

Herz und Atemmuskulatur gelähmt

Unter dem starken Sauerstoffmangel bilden die Bakterien zum Selbstschutz Sporen, die noch widerstandsfähiger sind, als sie selbst. Dabei entstehe als Stoffwechselprodukt das Gift, welches sich im Schlamm und somit auch im Gewässer befände.

Das Problem: Wenn die Enten am Boden nach Nahrung suchen, nehmen sie auch Schlamm auf und vergiften sich. Das Gift bewirkt die Lähmung von wichtigen Muskeln wie Herz und Atemmuskulatur, wodurch die Tiere letztlich sterben, wie Hasert ausführt.

Tote Enten durch niedrigen Wasserstand am Schloss Westerwinkel

Am Schloss Westerwinkel gibt es derzeit viel Ufer, das sonst unter Wasser ist. © Claudia Hurek

„Da sind schon einige verendet“, erklärt Rentmeister Stefan Grünert. Doch auch von einem großen Entensterben lasse sich bisher nicht sprechen, so der Rentmeister. Dennoch ist das Ganze nicht zu unterschätzen. Jüngste Beispiele, wie am Aasee in Münster, der komplett kippte, zeigen, welche Folgen für die Tierwelt auftreten können.

Gefährlich auch für Menschen

Das Gift ist sogar für Menschen gefährlich. „Allerdings wühlt, glaube ich, niemand in dem Schlamm am Grund der Gräften rum und nimmt diesen auch noch auf“, relativiert Grünert. Doch auch das Wasser sollte keinesfalls getrunken werden, sagt Willfried Hasert.

Das entstehende Nervengift sei eines der stärksten Gifte der Welt. Im Übrigen handelt es sich hier um das gleiche Gift, welches sich einige Menschen zur Faltenbekämpfung kontrolliert spritzen lassen – bekannt unter dem Namen Botox.

Maßnahmen stoßen an ihre Grenzen

Damit sich die Lage am Wasserschloss bessert, müsste es schon „ein paar Tage durchregnen“, schätzt Stefan Grünert. Die Gräften wiesen schon einen niedrigeren Wasserstand von rund einem Meter als gewöhnlich auf.

Maßnahmen, wie die vier installierten Wasserfontänen, die das Wasser umwälzen und somit mit Sauerstoff anreichern sollen, stoßen so langsam an ihre Grenzen.

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