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Trockenheit und Hitze setzen Herbern zu

Hitze

Die Hitze macht sich an vielen Stellen in Herbern bemerkbar. Während sich Kinder in den Ferien über das tolle Freibadwetter freuen dürften, wird die Trockenheit an vielerorts zum Problem.

Herbern

, 25.07.2018
Trockenheit und Hitze setzen Herbern zu

Das Regenrückhaltebecken liegt trocken. © Claudia Hurek

Das Regenrückhaltebecken mit Zulauf zum Herberner Westerteich liegt trocken. Der Wasserstand des Westerteiches ist extrem niedrig. Es brächte auch nichts, „einen Schlauch reinzuhalten. Das Wasser würde direkt verdunsten und versickern“, erklärt Christian Scheipers vom Tiefbauamt Ascheberg.

Momentan sei es noch nicht so weit, doch sollte der Sauerstoffgehalt durch den ausbleibenden Niederschlag rapide sinken, müssten Mitarbeiter der Stadt eventuell die darin lebenden Fische abschöpfen, um sie zu retten, so Scheipers. Ein Gutes hat der niedrige Wasserspiegel dann aber doch: Zum Vorschein kam Abfall, den der Bauhof entfernen konnte, darunter zwei verostete Fahrräder, wie Bauhofleiter Andreas Nünneke erklärt.

Feuerwehr in Sorge

Bei der Feuerwehr ist die Hitze und Trockenheit Grund zur Sorge. Die Brandgefahr ist besonders hoch. Im Ortskern Herberns ist die Versorgung mit Löschwasser durch die Leitungen von Gelsenwasser kein Problem. Im Außenbereich ist das schon schwieriger, meint Lothar Sendermann, Löschzugführer Herbern.

Trockenheit und Hitze setzen Herbern zu

Die Trockenheit führt zu erhöhter Brandgefahr. Wie hier bei einem Einsatz des Ascheberger Löschzuges im Jahr 2011 auf der Bispingheide. © Tina Nitsche (Archiv)

Viele Höfe haben eigene Wasserquellen. Doch der Wasserspiegel in Teichen und Grundwasser ist so niedrig, dass man sie kaum als Quelle nutzen kann. Die Feuerwehr kann sich nur mit Tankwagen helfen, die schnell leer sind, so Sendermann.

Wasserschloss ohne Wasser?

Am Wasserschloss Westerwinkel gestaltet sich die Lage „immer problematischer“, meint Stefan Grünert, Rentmeister der Merveldt‘schen Verwaltung. Der Wasserstand gehe jeden Tag herunter. Aus Sorge, dass das Gewässer umkippt, die Qualität des Wassers durch Sauerstoffmangel dramatisch abnimmt, wälzen es vier aufgestellte Fontänen um.

Trockenheit und Hitze setzen Herbern zu

Der Wasserstand in den Gräften um das Wasserschloss Westerwinkel ist stark zurückgegangen. © Claudia Hurek

Dies soll das Wasser mit Sauerstoff anreichern und ein Fischsterben verhindern. Momentan ist die Qualität noch im grünen Bereich und Grünert „zuversichtlich, dass sie noch ein paar Wochen aushalten.“

Linden, die leiden

Der Bauhof Ascheberg hat einiges zu tun. So kümmert man sich etwa darum die Neupflanzungen zu bewässern, damit diese nicht eingehen. Einmal pro Woche sind zwei Mitarbeiter damit beschäftigt, wie Bauhofleiter Andreas Nünneke erklärt. Sollte die Hitzewelle weiter bestehen, müsste man den Aufwand eventuell auf zwei Tage Bewässerung erweitern, so Nünneke.

Trockenheit und Hitze setzen Herbern zu

Gerade junge Pflanzen leiden stark unter der Hitze und Trockenheit, so wie die im Januar 2018 von Schützenkönig Andree Klaes gepflanzte Linde an der Königsallee. © Claudia Hurek

So leidet auch die im Januar 2018 von Schützenkönig Andree Klaes gepflanzte Linde an der Königsallee deutlich. Laut Nünneke seien gerade junge Linden besonders hitzeanfällig.

Golfplatz mit zwei Farben

Der Golfplatz am Wasserschloss Westerwinkel sieht stellenweise aus wie die meisten Rasenflächen: vertrocknet und braun. Doch dann gibt es auch das „Grün“ (Zielbereich des Platzes), das sich überraschend seinen Namen noch verdient.

Trockenheit und Hitze setzen Herbern zu

Der Golfplatz am Schloss Westerwinkel, teilt sich farblich in zwei Zonen. © Claudia Hurek

Frank Schlürmann, Geschäftsführer des Golfclubs, erklärt, dass die meisten Golfplätze eigene Teiche zur Bewässerung anlegen. Dieser sei die erste Wasserquelle, bevor man zur Leitung greift. Zudem bewässere man momentan nur die wichtigsten Stellen des Platzes, wie die Abschlagstelle und eben das Grün.

Trinkwasser begrenzt?

Sorgen um die Trinkwassermenge muss man sich jedoch nicht machen. Laut Gelsenwasser-Sprecherin Heidrun Becker sei kein Problem für diesen Sommer absehbar. Man rechne nicht in trockenen Monaten, sondern Jahren, bevor das Wasser knapp wird, sagt sie.

Trockenheit und Hitze setzen Herbern zu

An Trinkwasser wird es so schnell nicht mangeln, sagt Gelsenwasser. © dpa

Eine trockene Periode mit sehr wenig Niederschlag müsste sich schon über mindestens zwei Jahre hinziehen, damit auch Gelsenwasser Probleme bekäme. Doch selbst dann gäbe es noch Reserven, erklärt Becker. „Da bahnt sich nichts an, wir haben genug Kapazitäten.“

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