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Herrlich verrückte Komödie über ein Doppelleben

München. Einfach mal alles hinter sich lassen und dem Alltag entfliehen! Klingt traumhaft. Doch leider ist das nicht so leicht. Die Arbeit wartet, die Familie stellt Ansprüche. Es gibt aber eine Lösung - in der Kinokomödie „Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?“.

Herrlich verrückte Komödie über ein Doppelleben

Luisa/Ann/Steffi (Lina Beckmann) und Lasalle (Rainer Egger) unterhalten sich. Foto: Svenja von Schultzendorff/COIN FILM/Farbfilm Verleih

„Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?“ Eine Frage, die so mancher sicher mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten kann. Arbeit, Schule, Studium, Familie, Freizeit - der Terminkalender ist proppenvoll. Doch was tun?

Aus dem Alltag ausbrechen? Alles absagen und sich zuhause mit Buch oder Fernseher vergraben? Oder einen Wellness-Kurztrip buchen? Die Filmemacherin Lola Randl hat eine andere Idee. Wie wäre es, sich zu verdoppeln? Das eine Selbst stemmt den Alltag, das andere pickt sich die schönen Dinge raus. Kann das gut gehen? Die Antwort in der herrlich skurrilen Komödie mit dem vielsagenden Titel: „Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?“.

Lina Beckmann spielt Luisa, deren Leben ein pausenloser Dauerlauf ist. Die Paar-Therapeutin steckt in einer lieblos gewordenen Ehe mit Richard (Charly Hübner) fest. All ihre Gefühle investiert sie in die Affäre mit Richards Chef Leopold (Benno Fürmann), was ihr Mann natürlich nicht wissen darf. Ein Leben voller Lügen und Geheimnisse. Und dann ist da noch ihre Figur, die sie mit Süßigkeitenverzicht und Rohkost fit halten will.

Eines Morgens der Schock: Im Schlafzimmer begegnet sie einer Frau, die ihr bis aufs Haar gleicht. In der Tat ist Ann eine Abspaltung von Luisa. Nach dem ersten Schock erkennt die Therapeutin eine Riesenchance: Sie kann mit Leopold durchbrennen, während ihr zweites Ich die treusorgende Ehefrau spielt. Doch das Doppelleben hat seine Tücken und bald wird es ziemlich kompliziert.

Der Film von Regisseurin und Drehbuchautorin Lola Randl („Die Libelle und das Nashorn“) ist sehr lustig, voller Wortwitz und skurriler Situationskomik. Dazu trägt die aberwitzige Szenerie bei. Luisa und Richard wohnen im Musterhaus Jonathan 1, durch das der Ehemann regelmäßig Kauf-Interessenten führt. Die Vorgärten ringsum sind peinlich sauber und im Hintergrund dampft das Atomkraftwerk riesige Wolken in den Himmel. Hervorragend sind auch die Schauspieler, allen voran Lina Beckmann. Mühelos schlüpft sie in ihre Doppelrolle - mal die perfektionistische Luisa mit Kontrollwahn, mal die naive, tiefenentspannte Ann, der wirklich gar nichts peinlich ist.

Schön ist auch, dass Luisas zweites Selbst nicht nur bloße Fantasie ist. Ann ist eine leibhaftige Frau, die essen, sich unterhalten und sogar flirten kann. Darin liegt auch das Problem, denn Richard ist völlig begeistert von dieser Ann, die er natürlich für seine Ehefrau hält. Endlich hat sie keine Hemmungen mehr, Erdnussflips in sich zu stopfen und auf dem Tisch zu tanzen. Doch hin und wieder gibt es Momente, die höchst merkwürdig sind, etwa als er seine vermeintliche Gattin küssen will. Einfach so? Geht nicht, hat Luisa ihrem Alter Ego doch strikte Handlungsanweisungen gegeben. Küssen ist nicht vorgesehen. Oder doch? Prompt greift Ann zum Telefon und erklärt dem völlig verdutzten Richard: „Da muss ich erst fragen“.

Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?, Deutschland 2017, 94 Min., FSK ab 12, von Lola Randl, mit Lina Beckmann, Charly Hübner und Benno Fürmann

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