Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Unwetter-Statistik

Hier blitzt es in NRW am häufigsten

NRW Unwetter gehören im Sommer dazu wie der Besuch zum Freibad. Wo Hitze ist, da sind dunkle Wolken mit Blitz und Donner nicht weit. Doch wo zuckt es eigentlich am häufigsten in Nordrhein-Westfalen? Und müssen die Versicherungen für Blitzschäden mehr zahlen als früher?

Hier blitzt es in NRW am häufigsten

Blitze zucken am Himmel über Algermissen im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen). Foto: Julian Stratenschulte

Die Statistik mag erstaunen, aber die deutschen Versicherer haben in den vergangenen Jahren immer weniger Blitz- und Überspannungsschäden regulieren müssen. Waren es im WM-Jahr 2006 noch 550.000, lag die Anzahl der Schäden im vergangenen Jahr 2013 nach vorläufigen Schätzungen nur noch bei 330.000. 40 Prozent weniger regulierte Schäden - doch macht sich dieser Wert auch bei der ausgezahlten Versicherungssumme bemerkbar?

Die Antwort ist Nein. Denn heutzutage "stehen immer mehr und vor allem hochwertigere elektronische Geräte in deutschen Haushalten. Mit rund 800 Euro war ein Einzelschaden im Schnitt im letzten Jahr so teuer wie noch nie", teilte der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft jüngst mit. Die Zahlen belegen die Aussage: 2006 kosteten 550.000 Schäden die Versicherer 340 Millionen Euro, 2013 werden die Versicherer wohl 280 Millionen Euro auszahlen. 40 Prozent weniger Schäden, aber nur knapp 18 Prozent weniger Kosten.

BLIDS


542.376 Blitze sind im vergangenen Jahr in Deutschland gezählt worden. Vor allem im Osten - in Sachsen und Brandenburg - war es während der Gewitter besonders hell. Insgesamt blitzt es dort und im Südwesten Deutschlands deutlich häufiger als anderswo.

Wir haben uns die Daten des Blitzinformationsdienstes der Firma Siemens (BLIDS) angeschaut und die Blitzhochburgen in NRW des Jahres 2013 herausgefunden. Demnach zuckte es zwar am Himmel über dem Kreis Wesel besonders häufig, die Blitzdichte (Verhältnis der Größe des Kreises oder der Stadt zur Blitzanzahl) war allerdings besonders in Mülheim an der Ruhr am höchsten. Zum Vergleich: Der Ort mit der höchsten Blitzdichte in Deutschland ist Coburg in Oberfranken mit 6,39 Blitzen pro Quadratkilometer, 2012 war es Memmingen mit 7,4. Auch bemerkenswert: Obwohl in Herne die wenigsten Blitze zuckten, landet die Ruhrgebiets-Stadt im Dichte-Ranking auf Rang drei.

In anderen Orten in Nordrhein-Westfalen musste man sich eher wenig Gedanken um Blitzeinschläge machen. Im Kreis Euskirchen bei Bonn zum Beispiel schlug statistisch gesehen nicht einmal ein halber Blitz pro Quadratkilometer ein, im Kreis Steinfurt war es ziemlich genau einer und auch in Leverkusen musste man sich keine großen Gedanken machen: Insgesamt gab es dort im vergangenen Jahr nur 48 Blitze.

Ohnehin ist allerdings die Anzahl derjenigen Schäden, die durch direkte Blitzschläge entstehen, vergleichsweise gering. Die Versicherungen zahlen vor allem Schäden, die durch indirekte Überspannungsschäden entstehen, wenn der Blitz in der unmittelbaren Umgebung der Wohnung einschlägt.

Die Versicherungen arbeiten eng mit dem Blitz-Informationsdienst zusammen, da sie dadurch herausfinden können, ob ein Schaden wirklich durch einen Blitz entstanden sein kann oder nicht. Kurzschlüsse in Geräten seien zum Beispiel selbst dann noch möglich, wenn sie "in einem Radius von 2,5 Kilometern vom Blitzschlag entfernt stehen", sagt Stephan Thern, Leiter des Dienstes. Der Dienst wird künftig noch häufiger zum Einsatz kommen. Die Versicherer haben zusammen mit dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der Freien Universität Berlin (FU Berlin) und der Universität Köln eine Studie veröffentlicht, die bis zum Jahr 2100 eine Steigerung von heftigen Sturmschäden um 50 Prozent voraussagt. Doch auch in diesem Jahr hat ein Sturmtief bereits für historische Kosten gesorgt: "'Ela' ist für die Sachversicherer der zweitteuerste Sommersturm der vergangenen 15 Jahre", sagt Bernhard Gause, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Urteil naht

13 Jahre Haft gefordert: Camperin vergewaltigt?

BONN 156 Monate Freiheitsentzug – das fordert die Staatsanwaltschaft im Fall gegen einen 31-Jährigen. Dieser soll im April in der Nähe von Bonn eine junge Frau bedroht und vergewaltigt haben. Am Donnerstag soll das Urteil fallen. Der Angeklagte hat zum Vorfall eine völlig andere Sichtweise.mehr...

Freundin erwürgt

Lebenslange Haft für Münsterländer Schausteller

Münster Es klingt wie die Geschichte aus einem Kriminalroman. Ein Kirmes-Schausteller verliebt sich in eine Besucherin. Dann bestiehlt er sie und bringt sie schließlich um. Unfassbar: Erst im Krankenhaus starb das Opfer. Zwischen der Tat und dem Tod beklaute der Schausteller aus Recke im Kreis Steinfurt seine Freundin erneut. Da kam das Urteil nun wenig überraschend.mehr...

Rockerclub verboten

Razzia bei den Hells-Angels: Keine Festnahmen

DÜSSELDORF Das NRW-Innenministerium hat am Mittwochmorgen das Hells Angels Chapter in Erkrath sowie deren Unterstützerorganisation Clan 81 Germany verboten. Bei mehreren Razzien in 16 Städten in NRW beschlagnahmten Polizisten daraufhin Motorräder, Waffen und Bargeld.mehr...

Überblick mit Fotos

Bilder des Tages: Rot gefärbte Hunde beißen nicht

Deutschland Emotional, spannend, lustig. Jeden Tag fangen Fotografen auf der ganzen Welt spannende Momente mit ihrer Kamera ein. Wir stellen hier unsere Lieblingsbilder vor und erzählen die Geschichte dazu.mehr...

Jamaika-Koalition

Union und FDP optimistisch nach erstem Treffen

BERLIN Nach dem ersten Treffen zwischen Union und FDP schauen beide Parteien optimistisch auf die kommenden Sondierungsgespräche. CDU-Generalsekretär Peter Tauber äußerte sich zuversichtlich über die Zukunft einer möglichen Jamaika-Koalition.mehr...

Erste Neuaufstellung bundesweit

AfD-Fraktion in Iserlohn ist jetzt "Blaue Fraktion"

ISERLOHN. Die AfD hat sich im Iserlohner Rat als „Blaue Fraktion“ nach dem Leitbild von Frauke Petrys „Blauer Partei“ neu aufgestellt. Dem Weg von Alexander Gauland und Co. will sie nicht folgen. Sie hat ganz eigene Ideen, wie die Politik innerhalb der Fraktion in Zukunft gemacht werden soll.mehr...