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Hilmar Hoffmann: «Frankfurt hat in der Kultur einen Ruf zu verlieren»

Frankfurt/Main (dpa) Er ist der Initiator des Frankfurter Museumsufers und leitete das Goethe-Institut: Jetzt hat Hilmar Hoffmann ein Buch über die Frankfurter Oberbürgermeister vorgelegt.

Hilmar Hoffmann: «Frankfurt hat in der Kultur einen Ruf zu verlieren»

Der ehemalige Frankfurter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv

Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann hat davor gewarnt, das Renommee Frankfurts als Kulturstadt aufs Spiel zu setzen. «Frankfurt hat in der Kultur einen Ruf zu verlieren», mahnte der SPD-Politiker und Publizist in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Frankfurt ist im Bewusstsein der Republik nicht nur die Finanzmetropole, sondern wird auch als eine Kulturstadt hoch bewertet», sagte der 86-Jährige. «Mit diesem Pfund muss die Stadtregierung - wer immer an der Spitze ist - weiterhin wuchern. Schon damit Frankfurt nicht wieder absinkt in den negativen Ruhm von Mainhattan und Bankfurt.»

Hoffmann prägte als Kulturdezernent zwei Jahrzehnte lang die Bankenmetropole, unter anderem als Initiator des Museumsufers. Danach lenkte er die Geschicke des Goethe-Instituts. Jetzt hat er ein Buch über die Frankfurter Oberbürgermeister nach 1945 vorgelegt.

Zum Streit der Stadt und ihrer Bühnen über die künftige Finanzierung sagte Hoffmann: «Ich glaube, wenn Petra Roth noch weiterhin OB geblieben wäre, hätte sie im Vorfeld sicherlich verhindert, dass hier so radikal eingegriffen wird in die Budgethoheit.» Beim neuen Frankfurter OB Peter Feldmann (SPD) sieht Hoffmann noch Nachholbedarf: «Was die Kulturpolitik betrifft, ist er vorläufig noch ein unbeschriebenes Blatt, was hoffentlich noch beschrieben wird.»

Roth habe in ihrer 17 Jahre währenden Amtszeit als Kulturpolitikerin sowohl in Frankfurt als auch durch ihren Einfluss im Städtetag Wegmarken gesetzt. Zusammen mit dem Münchner OB Christian Ude (SPD) habe sie dafür gesorgt, «dass das Thema Kultur in den deutschen Städten auf der Tagesordnung bleibt und auch in Finanzkrisen nicht verschwindet». Sie habe sich eingemischt. «Sie war bei jeder Premiere und jeder Vernissage.» Wenn sie bei einer Premiere einmal verhindert war, habe sie dies stets nachgeholt. «Ich wäre auch unter ihr gern Kulturdezernent gewesen.» Roth wird am Montag feierlich verabschiedet.

Gespräch: Ira Schaible, dpa

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