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Hindemith-Preis für Márton Illés

Reinbek (dpa) Er sammelt Auszeichnungen wie US-Schwimmstar Michael Phelps Goldmedaillen. Mit 16 Jahren erhielt der ungarische Komponist Márton Illés seinen ersten Musikpreis.

Hindemith-Preis für Márton Illés

Márton Illés wurde mit dem Paul-Hindemith-Preis ausgezeichnet.

Im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) nahm der 32-Jährige am Donnerstagabend auf Schloss Reinbek bei Hamburg den mit 20 000 Euro dotierten Paul-Hindemith-Preis entgegen. Dazu erklang Musik von Paul Hindemith und von ihm selbst.

Der Preisträger saß beim Festakt nicht im Publikum. Bei eigenen Werken und einer Hindemith-Sonate nahm Illés am Flügel Platz. Schließlich ist er auch ausgebildeter Konzertpianist. Illés, der Deutsch wie seine Muttersprache beherrscht, stammt nicht etwa aus einer Musikerfamilie. Der Vater ist Designer, die Mutter Kunsterzieherin. Insofern hätten die Eltern sich nicht gewundert, wenn der Junior mit vier Jahren zu Farbstiften gegriffen hätte. Der Junge aber war nicht von Omas Klavierschemel herunter zu bekommen. Den Eltern fiel auf, dass er dem Instrument ohne Notenkenntnisse farbige Klänge entlockte.

So beschloss die Familie, den Jungen auf eine besondere Schule zu schicken, auf ein Kodaly-Institut in Györ, in dem Musik in Theorie und Praxis zum täglichen Unterricht gehört. Im Konservatoriumszweig dieser Schule machte Illés 1994 Abitur. Mit derartigen Vorkenntnissen wurde er an der Baseler Musikakademie mit Kusshand aufgenommen. 1998 legte er dort das Pianistenexamen ab. Bis 2001 studierte er in der Schweiz Komposition bei Detlev Müller-Siemens, von 2001 bis 2005 bei Wolfgang Rihm in Karlsruhe. Seit 2005 unterrichtet Márton Illés selbst an der Karlsruher Musikhochschule.

Kann man von moderner Musik leben? Illés lächelt: In diesem Jahr auf jeden Fall. Gleich drei gut dotierte Musikpreise wurden ihm 2008 zuerkannt. «In Deutschland gibt es zum Glück viele Festivals für zeitgenössische Musik», sagt der Komponist. Fast alle haben ihm schon Kompositionsaufträge erteilt. Bisher hat er vorwiegend Kammermusik geschrieben. Für 2010 erhielt er einen Großauftrag. Die Münchner Biennale, ein Festival für modernes Musiktheater, bestellte eine Oper. Das Thema will er nicht verraten. Nur soviel: Texte von Rainer Maria Rilke werden verarbeitet.

Führten Studien in Budapest, Basel und Karlsruhe zu einer musikalischen Mixtur? «Auf keinen Fall», sagt Illés, man bleibe Kind seines Vaterlandes. Zudem sei der ungarische Nährboden sehr fruchtbar. Bei seiner Musik würden der Rhythmus, die große Geste, die Farbigkeit der Klangbilder von der Heimat bestimmt. Seine neue Oper wird 2010 übrigens nicht nur in München zu hören sein. Das Kieler Opernhaus wolle das Werk im gleichen Jahr im Norden vorstellen, verrät Illés.

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