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Hitze-Tipps für Rom im Hochsommer

Rom. Auch bei sengender Hitze muss Rom keine Tortur sein. Dafür sorgen seidige Nächte, Bootsfahrten im Park Villa Borghese und 2500 tropfende Nasen. Ein Ausflug in den Monsterwald von Bomarzo kann sogar Gänsehaut hervorrufen.

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Um Mitternacht ein Eis: Die Kult-Gelateria „Diolitti“ im Zentrum Roms am späten Abend. Foto: Christoph Driessen

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Erfrischung an jeder Straßenecke: Ein Junge füllt seine Wasserflasche an einem Trinkbrunnen gegenüber dem Trevi-Brunnen auf. Foto: Christoph Driessen

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Abendstimmung in Rom: Wenn die Sonne untergegangen ist, erwacht das Leben. Foto. Andrea Warnecke Foto: Andrea Warnecke

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Unter den Schatten spendenden Bäumen im Park Villa Borghese ist es im Sommer besser auszuhalten. Foto: Christoph Driessen

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Ein sommerliches Vergnügen im Park Villa Borghese ist das Rudern auf dem See. Der antike Tempel auf einer künstlichen Insel ist eine Nachbildung aus dem 18. Jahrhundert. Foto: Christoph Driessen

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Touristen am Trevi-Brunnen: In der Hochsaison kommt man am besten ganz früh morgens. Foto: Andrea Warnecke

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Mit einigen Tricks lassen sich auch im Sommer die schönsten Sehenswürdigkeiten Roms entdecken. Foto: dpa-infografik

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Attraktion für die ganze Familie: Kämpfende Riesen im Monsterwald von Bomarzo. Foto: Christoph Driessen

Es gibt kaum etwas so Wunderbares wie eine Abkühlung mitten im römischen Sommer. Ein besonders sehenswertes Beispiel dafür findet sich im Zoo Bioparco, gleich neben der Villa Borghese. Dort gibt es zwei Kegelrobben, verbreitet in den kühlen Meeren zwischen Mecklenburg und Kanada.

Der römische Sommer macht den Tieren ebenso zu schaffen wie den Touristen. Dennoch muss das Wasser in ihrem Bassin ab und zu ausgetauscht werden, auch bei 35 Grad im Schatten. Wenn das frische Wasser kommt, erlebt man einen Moment überschäumender Freude: Die beiden Nordatlantiker legen einen geradezu südländischen Überschwang an den Tag: Immer und immer wieder schießen sie aus dem Wasser und lassen sich lustvoll zurückfallen. Runde um Runde, es ist der pure Genuss.

Genau das ist der Schlüssel zu einem unvergesslichen Rom-Urlaub im Sommer: Schwitzen wird man unvermeidlich, aber die eisgekühlte Cola oder das sahnige Amarena-Eis entschädigen dafür, weil sie unter diesen Umständen noch einmal doppelt so gut schmecken. So wird der Urlaub zum Hochgenuss, auch wenn der Asphalt dampft.

Auf eines muss man sich gefasst machen: Eher früher als später wird der Moment kommen, in dem man kraftlos in einem Straßencafé niedersinkt. Der Schweiß läuft, das Shirt klebt. Und dann wandert der Blick zum Nachbartisch, und dort sitzt ein Italiener - im Anzug. Wie er es genau schafft, auch bei sengender Hitze noch bella figura zu machen, bleibt wohl sein Geheimnis.

Einige Tricks kann man sich als Tourist allerdings von den Einheimischen abschauen. Die erste und einfachste Maßnahme ist natürlich: früh aufstehen. Um sechs Uhr morgens hat man selbst das Ballett der Meeresgötter und Nymphen am Trevibrunnen ganz für sich allein. Eine besondere Erfahrung. Wenn die Sonne im Zenit steht, sollte man sich dagegen ins Hotelzimmer zurückziehen.

Und dann natürlich der Abend, der für alles entschädigt. Die seidige Nachtluft verstärkt eine Atmosphäre unbestimmter Erwartung. Zum Beispiel die Vorfreude auf ein Essen unter freiem Himmel. Natürlich speist man im Sommer draußen, so ist es seit jeher Brauch bei den Römern. Die Spanische Treppe wird zur Bühne. Rosenverkäufer, Gitarrenspieler und Straßenmaler sind in Aktion. Es ist ein großes Stadttheater. Und wenn um Mitternacht die Küchen schließen, ist es Zeit, den Eissalon aufzusuchen. Besonders berühmt: „Gelateria Giolitti“. Die Kundschaft ist so gemischt wie das Eis-Sortiment.

Eine weitere Maßnahme im Sommer besteht darin, die großen Plätze tagsüber zu meiden und in die Gassen des Altstadtviertels abzuwandern. Und es gibt 2500 kostenlose Erfrischungsstationen: die uralten, wunderschönen römischen Trinkwasserbrunnen, von den Einheimischen „nasoni“ genannt, was ungefähr „große Nasen“ bedeutet. Das Wasser sprudelt unaufhörlich, einen Hahn zum Abdrehen gibt es nicht. Gerade deutsche Touristen haben oft Bedenken, sich hier zu bedienen, doch genau dazu sind die Brunnen da. Die Qualität des Wassers ist hervorragend. Dementsprechend wundern sich die Römer über Touristen, die schwere Wasserflaschen mit sich herumschleppen oder bei fliegenden Händlern einen Euro für ein kleines Fläschchen bezahlen.

Abkühlung findet man auch in der Villa Borghese, dem großen Park, in dem man flanieren, reiten und im Gras liegen kann. Und Boot fahren, auf einem See mit einer künstlichen Insel, auf der sich malerisch ein antiker Tempel erhebt. Der ist zwar nur eine Fälschung von 1786, aber das sieht man auf den Erinnerungsfotos nicht.

Wer länger bleibt, sollte auf jeden Fall einen Ausflug ins Umland unternehmen, das tun die Römer auch. Ein schattiges Ziel mit Gänsehauptpotenzial ist der Monsterwald von Bomarzo, von Rom aus etwa anderthalb Stunden mit dem Mietwagen entfernt.

Der Park ist in jeder Hinsicht eine willkommene Abwechslung, nicht zuletzt auch deshalb, weil er abseits aller großen Touristenströme liegt. In einer Senke unterhalb des malerischen Ortes Bomarzo erheben sich hier aus einem Geflecht von Bäumen und Sträuchern riesige steinerne Figuren: kämpfende Riesen, Drachen, Löwen, Nymphen, ein Kriegselefant, eine gigantische Schildkröte. Am verblüffendsten ist ein schiefes Haus, wie man es so ähnlich heute noch auf der Kirmes finden kann. Wer nicht aufpasst, verliert drinnen das Gleichgewicht.

All diese Dinge sind fast 500 Jahre alt. Die Figuren wurden im 16. Jahrhundert von dem exzentrischen Adligen Vicino Orsini (1523-1585) geschaffen. Bis heute ist die Anlage ein Rätsel, denn niemand kann mit Sicherheit sagen, was Orsini der Welt mit seinem Gesamtkunstwerk sagen wollte. Damals übliche Hinweise auf Gott und Religion fehlen. Ist dies am Ende das Werk eines frühen Atheisten? Ließ hier einer seine Alpträume in Stein meißeln? Oder ist es lediglich die Spielerei eines gelangweilten Renaissance-Fürsten?

Der Park ist in jedem Fall eine noch immer kaum bekannte Attraktion ersten Ranges, die auch Kinder sofort fesselt. Mit einem farbigen Plan, auf dem die insgesamt 35 Figuren und Bauten eingezeichnet sind, erkunden sie das Gelände mit seinen Bächen, Felsen und Hügeln. Auf der Rückfahrt kann man dann in irgendeinem Dorf im schönen Latium stoppen und genießen, was man in Rom nie und nimmer bekommen würde: einen perfekten Cappuccino für 1,50 Euro.

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