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Hitzige Diskussion um Gymnasien

WIEMELHAUSEN Da war Feuer drin: Bei der Podiumsdiskussion zum Thema Schul-Fusion ging es am Mittwochabend in der Aula der Albert-Einstein-Schule (AES) hoch her. Doch nach mehr als zwei Stunden leidenschaftlicher Redebeiträge vor 300 Besuchern schienen die Wogen ein wenig geglättet.

von von Johannes Groß

, 11.10.2007
Hitzige Diskussion um Gymnasien

Unter den kritischen Blicken von Albert Einstein diskutierte das Podium in der Aula des Einstein-Gymnasiums.

Das lag nicht zuletzt an der souveränen und dabei humorvollen Moderatorin Dr. Luise Berg-Ehlers, die das Ruder in kniffligen Momenten an sich riss und so eine sachgerechte Diskussion garantierte.

Und das war gleich zu Beginn nötig: Die Statements von AES-Rektor Dr. Rainer Zeyen („es geht auch um die Schüler“) und dem Leiter des Gymnasiums am Ostring, Werner Schulz („es wäre ein Fehler, unseren Standort aufzugeben“), erhitzten die Gemüter. Dr. Zeyen stellte klar, „dass sich unser Engagement nicht gegen andere Schulen richtet und wir keinesfalls asbestverseucht sind, sondern lediglich PCB-belastet“.

Lautstarker Protest

Es gehe der AES nicht um eine „Vereinnahmung des Ostrings, sondern um den gemeinsamen Ausbau von Bildungsangeboten“. Das warfür einige Sympathisanten des Gymnasiusm am Ostring (GaO)  zuviel, die unter lautstarkem Protest den Saal verließen.

Dr. Peter Reinirkens (SPD) kehrte prompt zur Sachlichkeit zurück: „Wir haben als Universitätsstadt die Verpflichtung, alte Sprachen anzubieten“. Er sehe aber keine Chance für ein Nebeneinander von Justizgebäuden und einem 5-zügigen GaO. Der Tenor der gesamten Diskussion ging in Richtung Umsiedlung des GaO, Abriss der Albert-Einstein-Schule und Neuerrichtung eines Gymnasiums.

Fronten verhärtet

 „Im Zweifelsfall heißt die Lösung Wiemelhausen“, betonte auch Jens Lücking (FDP). Die Grüne Monika Thünken sprach von der „Standortunabhängigkeit des altsprachlichen Profils des GaO“. Die Redebeiträge aus dem Publikum verdeutlichten, dass die Fronten zwischen der Elternschaft beider Gymnasien verhärtet sind. Ein Vater forderte vom GaO, den „vielgepriesenen Humanismus des eigenen Profils ins 21. Jahrhundert zu tragen. Die Identität einer Schule hängt nicht an der Straßenbezeichnung.“  Tosender Beifall von den Rängen.

Am Ostring nicht machbar

 Unterstützung kam von Schulverwaltungsamtsleiter Ulrich Wicking: „Ein 5-zügiges am Ostring ist nicht machbar.“ Dessen Rektor Werner Schulz betonte, dass man sich „nicht als gleichberechtigter Partner in der Diskussion“ fühle. Dr. Berg-Ehlers forderte, den Blick in die Zukunft zu richten: „Auch die Eltern werden sich später für eine neu ausgestattete Schule entscheiden - auch wenn für manche hier Wiemelhausen am Rande des Universums liegt!“