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100 Jahre Jungfraubahn

Hoch hinauf zum Aletschgletscher

Jungfraujoch Vor 100 Jahren wurde die Jungfraubahn eröffnet. Sie brachte den Massentourismus ins Berner Oberland. Heute kommen vor allem Asiaten - denen die Fahrt durch den Tunnel aber oft unheimlich vorkommt.

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Postkartenidylle: 50 Minuten dauert die Fahrt vom Ausgangspunkt Kleine Scheidegg auf 2061 Metern hinauf an den Ursprung des Großen Aletschgletschers. Foto: Jungfraubahnen

Nicht immer mit freiem Blick - mehr als die Hälfte der Jungfraubahnstrecke führt durch Tunnel. Foto: Jungfraubahnen

Mit der Eröffnung der Jungfraubahn am 1. August 1912 kamen die ersten Besucher auf den Berg. Foto: Jungfraubahnen

Blick auf die Sphinx-Aussichtsterrasse über der Bahnstation Jungfraujoch - bei gutem Wetter bietet sich Touristen ein Panoramablick auf 200 Alpengipfel. Foto: Jungfraubahnen

Gruppenbild mit Bauherr: Adolf Guyer-Zeller (r) hatte sich 1893 erfolgreich um eine Konzession für die Bahn auf den Berg beworben. Foto: Jungfraubahnen

Touristenmagnet: Schon 1955 kamen die Besucher mit der Jungfraubahn in Massen. Foto: Jungfraubahnen

Erinnerungsfoto in schwindelnder Höhe - gerade für asiatische Touristen ist die Fahrt mit der Jungfraubahn in der Gipfellandschaft der Alpen ein Muss. Foto: Jungfraubahnen/Christof Sonderegger

Mit der Zahnradbahn aufs Jungfraujoch: Seit 100 Jahren ist die Fahrt auf Europas höchstgelegenen Bahnhof eine Attraktion für Touristen im Berner Oberland. Foto: Sven-E. Hauschildt

Zugführer Thomas Lanz muss für alles gewappnet sein. Triebfahrzeuge muss er unterwegs reparieren können, nach Schneefällen wird er im Schneeräumdienst eingesetzt, seine Kenntnisse in Erster Hilfe sind genauso gefragt wie Fingerspitzengefühl bei der psychologischen Betreuung von Fahrgästen - wenn wieder einmal Touristen aus Asien die lange Tunnelfahrt unheimlich wurde. «Memmen haben hier oben nichts zu suchen», meint er mit einem Lachen.

765 000 Touristen kamen im vergangenen Jahr mit der Zahnradbahn zum Jungfraujoch, Europas höchstgelegenem Bahnhof auf 3454 Metern über dem Meer. Die Eröffnung der Jungfraubahn am 1. August 1912 markierte endgültig den Beginn des Massentourismus im Berner Oberland. Die eisenbahntechnische Pionierleistung hat das markante Dreigestirn von Eiger, Mönch und Jungfrau erst weltberühmt gemacht.

50 Minuten dauert die Fahrt vom Ausgangspunkt auf der Kleinen Scheidegg auf 2061 Metern hinauf an den Ursprung des Großen Aletschgletschers. Auf der zwölf Kilometer langen Strecke überwindet die Zahnradbahn rund 1400 Höhenmeter. Mehr als die Hälfte liegt im Tunnel. Den Vergleich mit einem U-Bahn-Fahrer will Thomas Lanz aber gar nicht hören.

Nach der Ankunft auf Europas höchstem Bahnhof auf dem ganzjährig mit Schnee bedeckten Jungfraujoch streben die Fahrgäste sofort auf die Aussichtsplattformen. Bei gutem Wetter haben sie einen Panoramablick auf 200 Alpengipfel. Nach Süden hin erstreckt sich der Große Aletschgletscher - mit 22 Kilometern der längste Gletscher in den Alpen. An klaren Tagen reicht die Sicht gen Norden bis in die Vogesen und zum Schwarzwald.

Zwei Drittel der jährlich bis zu 765 000 Fahrgäste kommen aus Asien. Tendenz steigend. Sie alle wollen sich vor der majestätischen Kulisse der Jungfrau ablichten lassen. Obwohl Lokführer Lanz fließend Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch spricht, reicht das heute nicht mehr aus. «Immer mehr Inder, Chinesen und Russen fahren mit uns. Da muss ich wohl bald weitere Sprachen lernen», feixt der Eidgenosse.

Der bequeme und schnelle Aufstieg mit der Jungfraubahn hinauf zum Unesco-Weltnaturerbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch lockt aber auch immer mehr unerfahrene Bergsteiger an. Nicht wenige Extremsportler ohne alpine Klettererfahrung suchen den ultimativen Kick auf einem Hochgebirgsgipfel.

Leichtsinnige Abenteurer glauben, mit dem Mönch (4107 m) einen vermeintlich einfachen Viertausender so ganz nebenbei auf einem Tagesausflug mitnehmen zu können. Mit fatalen Folgen. Gleich fünf Bergsteiger verunglückten im vergangenen Jahr beim Auf- oder Abstieg auf den Mönch tödlich. «Auf keinem anderen Gipfel der Schweizer Alpen gab es 2011 so viele Todesopfer zu beklagen», erzählt Bruno Durrer aus Lauterbrunnen. Seit fast 25 Jahren ist er als Notarzt bei den Rettungsflügen in der Jungfrauregion im Einsatz und schreibt für den Schweizer Alpen Club SAC die Einsatzstatistik fort. «Alle Opfer waren nicht angeseilt.»

Mehr Infos zur Jungfraubahn

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