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Hochhaus schon genehmigt

WIEMELHAUSEN Selbstherrlich handelte die Bauverwalltung, die Politiker haben nicht aufgepasst und die Anlieger am Trimonte-Park jetzt wohl das Nachsehen – bzw. bald den Ausblick auf einen achtgeschossigen Büroturm.

von von Joachim Stöwer

, 10.10.2007
Hochhaus schon genehmigt

Jetzt noch Parkplatz und Grünfläche - bald steht hier ein Hochhaus. Am Bauvorbescheid ist wohl nichts mehr zu drehen - zum Leidwesen der Anwohner.

Ein Wuppertaler Unternehmen will an der Ecke Wasserstraße/Wiemelhauser Straße den Komplex hochziehen und seine 350 Mitarbeiter hier ansiedeln. Die Anwohner laufen seit Wochen Sturm gegen diese Planung (wir berichteten) – zur Recht, wie jetzt auch, etwas kleinlaut, im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr zugegeben wurde – „wir haben nicht aufgepasst“, räumte Martina Schmück-Glock (SPD) ein.

"Nicht aufgepasst"

Nicht aufgepasst, weil nicht informiert, muss man etwas abschwächen, denn die Bauverwaltung hatte schon einen Bauvorbescheid erteilt, ohne den Ausschuss zu fragen. Der weicht nun ganz erheblich von dem ursprünglichen Bebauungsplan ab, der – in Absprache mit den Anliegern – nur eine zweigeschossige, später eine viergeschossige Bebauung des östlichen Trimonte-Areals vorsah.

Interessen abwägen

„Ein schwieriges Verhalten der Stadt“, kleidete Grünen-Sprecher Wolfgang Cordes seine Kritik zunächst in behutsame Worte, setzte aber anklagend nach: „Hier ist das Vertrauen der Anwohner gebrochen worden, das kann ich nicht nachvollziehen.“

Verständnislosigkeit auch beim CDU-Fraktionsvorsitzenden Lothar Gräfingholt, der darauf verwies, dass die Verwaltung gerade ein Hochhaus für die Justizverwaltung am Ostring abgelehnt hatte, das in Nachbarschaft zu ParkInn und Stadtwerkehaus ja wohl keine Anwohner beeinträchtigen würde – „zwischen Investor und Anliegerinteressen muss ein Abwägungsprozess stattfinden.“

Baurecht erteilt

Das wird schwierig, denn mit dem Bauvorbescheid hatte die Bauverwaltung schon Baurecht erteilt – vorbehaltlich des Nachweises der Stellplätze, wie Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch zugeben musste, den allerdings keine Schuld an den Versäumnissen trifft – er war zu der Zeit noch nicht in Bochum.

Wenigstens ein kleines Trostpflaster bot die SPD-Fraktion an: mit ihrem, mit Koalitionsmehrheit verabschiedeten, Änderungsantrag, Interessen abzuwägen, Konflikte zu bereinigen und ökologische Eingriffe zu minimieren sowie die Bürger zu informieren (am 24. 10., 18 Uhr, in der Aula der Schiller-Schule).

„Allgemeinplätze“, kritisierte Gräfingholt das Bemühen um politische Schadensbegrenzung und plädierte für eine Bürgerbeteiligung bei der Änderung des Bebauungsplans.