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Hochtief: Deutscher Baumarkt bleibt schwierig

ESSEN/TIRANA Der größte deutsche Baukonzern Hochtief will angesichts des schwierigen Baugeschäfts in Deutschland hier notfalls auf Aufträge verzichten, um diesen Unternehmensbereich auf Dauer wieder in die Gewinnzone zu bringen. Im Zweifel könnte dies bei zurückgehenden Auftragseingängen auch eine Anpassung der Personalkapazitäten bedeuten, sagte Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter am Mittwoch in Tirana (Albanien).

Hochtief: Deutscher Baumarkt bleibt schwierig

Die Essener Hochtief ist beim Panamakanal-Ausbau noch im Rennen.

Derzeit existierten jedoch keinerlei konkrete Pläne für einen Personalabbau. In seinem deutschen Baugeschäft beschäftigt das Unternehmen rund 5500 Mitarbeiter.

Im Unternehmensbereich Hochtief Europe, zu dem auch das deutsche Baugeschäft gehört, hatte Hochtief in den ersten sechs Monaten einen Verlust vor Steuern von knapp 130 Millionen Euro gemacht. Für das zweite Halbjahr werde jedoch ein Vorsteuerplus von knapp zehn Millionen Euro erwartet, so dass für das Gesamtjahr 2007 mit einem Verlust vor Steuern von bis zu 120 Millionen Euro gerechnet wird.

Schwarze Zahlen

Dabei sei es nicht nur in Europa, sondern auch in Deutschland gelungen, bereits im dritten Quartal schwarze Zahlen zu schreiben, sagte Lütkestratkötter. Bedingt durch noch ausstehenden Abrechnungen von Aufträgen werde jedoch auch 2008 noch zu einem „Übergangsjahr“ in dem Geschäft werden.

Hintergrund der Entwicklung seien zum Teil drastisch gestiegene Preise am Bau, die das Unternehmen an seine Auftraggeber aufgrund von Vertragsvereinbarungen nicht habe weitergeben können. So seien etwa die Preise für Baumaterialien wie Glas im vergangenen Jahr um bis zu 40 Prozent gestiegen. Auch der zweitgrößte deutsche Baukonzern Bilfinger Berger hatte in dieser Woche über drastisch gestiegene Preise auf dem deutschen Markt geklagt. Bei den Bauherren müsse nun ein Umdenken einsetzen, forderte der Hochtief-Chef. „Einige bekommen auf ihre Ausschreibung hin bereits keine Angebote mehr“, sagte er.

Entwicklung kompensiert

Durch gute Geschäfte in seinen anderen Bereichen sei es dem Konzern in den ersten neun Monaten 2007 jedoch gelungen, die Entwicklung im europäischen Baugeschäft zu kompensieren. Nach einem Anstieg des Konzerngewinns um 44 Prozent auf 70,7 Millionen Euro bis Ende September werde für das Gesamtjahr mit einem Gewinn in der Rekordhöhe von mehr als 100 Millionen Euro gerechnet, sagte Lütkestratkötter. Das Ergebnis vor Steuern stieg um 62 Prozent auf 343,1 Millionen Euro während sich die Leistung um 13,1 Prozent auf 13,66 Milliarden Euro erhöhte.

Einen deutlichen Anstieg des Ergebnisses habe etwa der Unternehmensbereich Hochtief Airport verzeichnen können, in dem das Unternehmen Beteiligungen an weltweit sechs Flughäfen in Düsseldorf, Hamburg, Sydney, Budapest, Athen und Tirana gebündelt hat. Das größte Wachstum bei den Passagierzahlen sei in diesem Jahr mit einem Plus von 21,1 Prozent beim Flughafen der albanischen Hauptstadt Tirana zu verzeichnen gewesen. Der Flughafen der albanischen Hauptstadt erwartet in diesem Jahr die Rekordzahl von mehr als einer Millionen Passagieren. Angesichts des erwarteten weltweiten Anstiegs der Passagierzahlen will Hochtief die Infrastruktur seiner Flughäfen weiter ausbauen.

Gesamtinvestitionen: rund drei Milliarden Euro

Einschließlich des Einstiegs bei der Bahn-Tochter aurelis und bei dem US-Tiefbauunternehmen Flatiron bezifferte Hochtief-Vorstand Burckhard Lohr die bisherigen Gesamtinvestitionen für 2007 auf rund drei Milliarden Euro. Die beiden großen Zukäufe würden spätestens ab 2009 positiv zum Konzernergebnis beitragen, sagte Lütkestratkötter. Hochtief hatte aurelis für rund 1,34 Milliarden Euro zusammen mit dem Partner Redwood Grove übernommen. Zum Vermögen des Unternehmens gehörten 1495 Liegenschaften größtenteils in deutschen Innenstädten, sagte der Hochtief-Chef. Weitere größere Investitionen seien derzeit nicht geplant.

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