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Hochwasser emotional noch nicht verarbeitet

IM WESTEN Auch drei Wochen nach dem schweren Unwetter und dem Hochwasser bedrückt die Betroffenen das Ereignis immer noch. Viele haben die Erlebnisse noch nicht verarbeitet.

von Von Matthias vom Büchel

, 14.08.2008
Hochwasser emotional noch nicht verarbeitet

Es sind Bilder wie dieses vom Martener Bärenbruch, die viele Menschen nicht aus dem Kopf bekommen. Bei jedem neuen Regenfall fürchten sie eine neue Katastrophe.

„Viele Leute haben jetzt Angst wenn Regenwolken aufziehen“, weiß Pfarrer Christian Höfener-Wolf von der Martener Elias-Gemeinde. „Uns von der Gemeinde geht es ja selbst so. Als am Dienstagabend das Presbyterium getagt hat und es wieder gewitterte, lautete das Motto: ,Bloß nicht schon wieder.´“ In den ersten Tagen hätten die Menschen viel mit sich selbst zu tun gehabt, mit Aufräumen und Saubermachen. Aber jetzt, wo vieles wieder gerichtet ist, kommt die Erinnerung an den Katastrophensamstag hoch, hat Christian Höfener-Wolf festgestellt. Und nicht nur die Erwachsenen knabbern an ihren Erinnerungen, sondern auch die Kinder.

„Die Kinder sind schon verängstigt“, hat Kindergärtnerin Tanja Brüsicke in den vergangenen Tagen festgestellt. „Einige von ihnen haben die Wassereinbrüche ja zu Hause direkt miterlebt. Und ihr Kindergarten an der Haumannstraße ist ebenfalls im Wasser versunken.“ Aber anders als viele Erwachsene, sprechen die Kinder über das Erlebte oder verarbeiten es spielerisch. „Da liegen die Autos auf dem Spielteppich dann plötzlich auf dem Kopf und die Kinder spielen Hochwasser“, berichtet Tanja Brüsicke. Wie die Martener hatten auch die Dorstfelder wenig Zeit zum Nachdenken, weil es viel aufzuräumen gab und gibt. Tobias Bergmann, Pfarrer im Dorstfelder Bezirk der evangelischen Elias-Gemeinde, stellt fest: „Die Leute sind heftig mitgenommen.“

Im „Negerdorf“ hat Peter Balzer von der SPD hingegen auch viel Gelassenheit entdeckt. „Die Negerdörfler sind eine andere Klientel, geprägt durch den Bergbau. Die haut so schnell nichts um.“ Schlamm und Wasser seien die Leute als starke Gemeinschaft mit einem unheimlich tollen Sozialverhalten begegnet. Balzer: „Da hat jeder dem anderen geholfen.“