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Höchststand bei Heim-Unterbringungen junger Flüchtlinge

Wiesbaden. Wer ohne Erziehungsberechtigte nach Deutschland kommt, hat Anspruch auf staatlichen Schutz. Alleinreisende Flüchtlinge bringen die Heime an ihre Grenzen. Inzwischen sinken die Zahlen aber wieder.

Höchststand bei Heim-Unterbringungen junger Flüchtlinge

Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im brandenburgischen Kloster Lehnin. Foto: Bernd Settnik/Archiv

Junge Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Deutschland kamen, haben für einen Höchststand bei Heim-Unterbringungen gesorgt. 2016 leiteten die Jugendämter für 53.300 Kinder und Jugendliche eine Erziehung in einem Heim oder in einer anderen betreuten Wohnform ein.

Das waren 20 Prozent mehr neue Betroffene als 2015 und 50 Prozent mehr als 2014, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete. Die meisten stammten aus Afghanistan, Syrien und dem Irak. Seit Mai 2016 seien die Zahlen „kontinuierlich rückläufig“.

„Ein Grund für das Plus dürfte die hohe Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge der letzten Jahre sein“, teilte die Behörde am Internationalen Tag der Kinderrechte mit. Besonders stark sei der Anstieg bei männlichen 16- und 17-Jährigen: Die Zahl der neu begonnenen Heimerziehungen stieg von 7000 im Jahr 2014 über 14.400 im Jahr 2015 auf 21.600 im vergangenen Jahr.

Kinder, die zu ihrem eigenen Schutz oder aufgrund widriger Umstände nicht mehr in der Familie versorgt werden können, haben nach der UN-Kinderrechtskonvention einen Anspruch auf staatlichen Schutz und Beistand. Dazu zählt auch die Betreuung in Heimen oder anderen Wohnformen. Geregelt ist das im Kinder- und Jugendhilfegesetz, das 1991 in Kraft trat. Seither war die Zahl der neuen Heim-Unterbringungen nie höher, wie die Behörde berichtete.

Wie aus einem im März 2017 veröffentlichten Bericht der Bundesregierung hervorgeht, war der Höchststand Ende Februar 2016 erreicht, als 60 638 unbegleitete Minderjährige in Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe waren.

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