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Hörde ist die Heimat von Meisterwerken der Druckgrafik

HÖRDE All die großen Namen sind in der Hörder Volksbank präsent. Ernst Barlach, Gerhard Marcks, Erich Heckel, Christian Rohlfs, Harry Fränkel sind nur einige davon. Flankiert werden sie von zwei Dortmunder Altmeistern der Grafik: Rudolf Wiemer und Walter Demgen.

von Von Julia Gaß

, 16.09.2008
Hörde ist die Heimat von Meisterwerken der Druckgrafik

Stiftungsrat Manfred Wolnin und Künstler Walter Demgen mit einem ?Hochofen-Holzschnitt? von Demgen.

"600 Jahre Holzschnitte" zeigt die Kulturstiftung Schlanke Mathilde in der Ausstellung von Meisterwerken. Rund 100 Jahre Grafikgeschichte hat Stiftungsrat-Vorsitzender Manfred Wolnin in seiner rund 60-jährigen Sammlertätigkeit zusammengetragen. Berühmte Blätter wie Barlachs "Sternenrichter" und "Kindertod" sind unter den gut 40 Exponaten. Besonders an der gebückten Frau am Kindergrab sieht man gut, dass Barlachs Grafiken eine ähnliche Figürlichkeit haben wie die Plastiken. Auch ein frühes Blatt von Christian Rohlfs ("Rückkehr des verlorenen Sohns", 1916) gehört zu der Ausstellung.

Ein Beispiel für den Spät-Expressionismus

Die Galerie Utermann zeigt gerade zu Rohlfs 70. Todestag eine große Ausstellung. Marcks "Jäger" ist ein schönes Beispiel für den Spätexpressionismus. Und der Dortmunder Horst Heckenmüller ist mit "Harlekin und Pierrot" vertreten. Ein Kabinett ist Rudolf Wiemer (84) gewidmet. Wie meisterlich er die Holzmaserung in seine Dreifarbdrucke integriert hat, sieht man dort. "Ich bin stolz zwischen den Meistern zu sein", sagt Walter Demgen. Von ihm sind frühe Hochofen-Holzschnitte zu sehen.

Abstraktes, das aus der Figürlichkeit entstand

Gut nachverfolgen lässt sich auch, wie sich Grafik von der Figürlichkeit ins Abstrakte gewandelt hat. Klaus Staecks geometrische "Zeichen" von 1966 sind dafür ein Beispiel. Ein Holzschnitt aus China und frühe Drucke aus dem 15. Jahrhundert in Büchern ergänzen die Schau.

Manfred Wolnins Lieblingsbild ist nicht das wertvollste Blatt, aber das, mit dem er Kindern Kunst am besten erklären kann: "Schiff und Woge", ein Farbholzschnitt von Harry Fränkel.

Eine so hochkarätige Ausstellung wie diese ist eine kleine Sensation für Hörde. "Warum sollte es dafür nicht ein Museum am Phoenixsee geben?", fragt Wolnin: "Die Stiftung verliert dieses Ziel nicht aus den Augen."