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Hörder Brücke sollte schon einmal verschönert werden

Rentner erinnert sich

Geschichte wiederholt sich. Das dachte Rentner Oskar Jünger, als er von den aktuellen Entwürfen zu den Planungen rund um die Hörder Brücke erfuhr. Denn Jünger erinnerte sich, dass bereits Ende der 1980er Jahre in die Verschönerung der Brücke investiert worden war...

HÖRDE

von Von Thilo Kortmann

, 29.12.2011
Hörder Brücke sollte schon einmal verschönert werden

Oskar Jünger sieht sich am Bildschirm ein altes Foto der Hörder Brücke an.

„Das hatten wir alles schon mal“, sagt Oskar Jünger, als der Dortmunder auf das 22 Jahre alte Zeitungsbild der Hörder Brücke zeigt. Klar Brücken an sich sind nichts Neues. Jünger bezieht sich auch nicht auf die Konstruktion, sondern auf die Gestaltung. Als der Rentner, langjähriges Mitglied des Historischen Vereins, von den aktuellen Entwürfen (wir berichteten) zu den Planungen rund um die Hörder Brücke erfuhr, horchte er auf. 200 000 Euro sollen 2012 in die Verschönerung der Brücke investiert werden. 

 Sofort begab sich der Historiker in sein üppiges Archiv aus alten Dokumenten, Fotos und Zeitungsartikeln. Dort wurde er fündig: „200 000 DM Steuergelder in den Sand gesetzt“ lautete die Überschrift am 8. April 1989 in unserer Zeitung. „Die Riesensteine, die kurze Zeit auf der Hörder Brücke standen, lagern seit einem Jahr vor dem Eingang Buschmühle des Westfalenparks“, heißt es weiter.  Für Jünger war das damals ein Skandal. Teure Steine wurden für 130 000 DM gekauft, um sie als Blumenkübel auf der Hörder Brücke aufzustellen. Der Arbeitsaufwand wurde mit 88 000 DM bemessen.

Erst später habe man festgestellt, so Jünger, das die Statik falsch berechnet worden sei. Das Kübelgewicht war zu schwer, die Brücke einsturzgefährdet. Sarkastisch wurden die Kübel schon als „Grabsteine“ bezeichnet.  Im Rahmen der Wohnumfeldverbesserung für das Gebiet Hörder Zentrum war eine Neugestaltung der Brücke geplant. Die Arbeiten starteten im September 1987. Bei einer Ortsbesichtigung durch das Tiefbauamt wurden erste Bedenken geäußert, bezüglich der mangelnden Tragfähigkeit der Brücke bei starker Belastung.

 Ein sofortiger Baustopp wurde per Dringlichkeitsbescheid in Windeseile verfügt. Anschließend führte ein Gutachten zur Überprüfung der Tragfähigkeit zu dem Resultat, dass das Gewicht der Pflanzkübel sowie der Pflanzen zu groß und die Brücke diesen Belastungen nicht gewachsen sei.  Das Rechnungsprüfungsamt stellte in seiner Vorlage für den Ausschuss fest, dass es aufgrund eines Fehlers in der Planungsphase zu den vermeidbaren Kosten gekommen war.  Zu den aktuellen Entwürfen mit Holzbänken meint Jünger: „Ich würde mich da nicht hinsetzen. Da weht immer ein starker Windzug. Wer sitzt schon gerne auf ner Brücke?“.