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Hörder Hütten-Hospital feiert 150. Geburtstag

HÖRDE Das 150 Jahre alte Hüttenhospital ließ am Sonntag die Korken knallen und feierte mit 500 Gästen die moderne Medizin: Ärzte, Schwestern, Pfleger und Therapeuten legten den Besuchern die Gesundheit ans Herz.

von Von Peter Bandermann

, 11.08.2008

  Einer der Gratulanten war Herbert Hesper, der vor 15 Jahren einen Schlaganfall erleiden musste. Seelenruhig liegt der 73-jährige Benninghofer neben Internist Dr. Thomas Patzelt, der mit dem Ultraschall die Halsschlagadern des Patienten untersucht und wie in der "Sendung mit der Maus" die Methode erklärt: "Ich justiere den Winkel für die bestmögliche Bilddarstellung ... und entdecke hier kleine Kalkflecken, die aber harmlos sind."

Keine 10 Minuten dauert die Untersuchung mit dem Schallkopf, der über die Haut gleitet - und Herbert Hesper verlässt den abgedunkelten Raum mit einem guten Gefühl. Herz-Kreislauf-, Bluthochdruck-, Zucker- und Cholesterin-Patienten zählen ebenso wie Raucher zu den Risikogruppen, die schlagartig vom Schicksal getroffen werden. Entdecken die Ärzte gefährliche Kalkablagerungen, die den Blutzufluss ins Gehirn reduzieren oder auch blockieren können, droht schlimmstenfalls der Tod. Solche Einsichten zu erzeugen war ganz im Sinne von Stefan Schumann. Der Verwaltungsdirektor des Hüttenhospitals Am Marksbach wollte Ärzte und Patienten auf diesem Sommer- und Geburtstagsfest ohne Zeitdruck ins Gespräch bringen. Der Erfolg war überwältigend, so dass er und der Pflegedienstleiter Olaf Raith darüber nachdenken, einen Gesundheitstag wie vor zwei Tagen nicht erst nach weiteren 150 Jahren zu wiederholen.

Wertvolles Wissen für die Geburtstagsgäste

Denn das Wissen der Ärzte, Pfleger und Therapeuten ist zu wertvoll, um es nicht preiszugeben. Deutlich wurde das auch in der Ergotherapie, wo die Leser der Jubiläums-Broschüre die darin abgelichtete Spezialistin Sabine Hilchenbach wiedererkannten. Die Therapeutin stellte Haushaltshelfer vor, die Schlaganfall-Patienten das Leben erleichtern: Einarmig eine Kartoffel schälen, nach der Hüftoperation die Socken anziehen oder einen heruntergefallenen Gegenstand ohne Schmerzen aufheben - die Therapie besteht aus Kniffen und Griffen, die mehr Selbstständigkeit bewirken.Mobilität mit Marschmusik

So auch nebenan, im "Kraftraum" der zumeist über 75-jährigen Patienten, die auf einem Laufband grammgenau belastet werden oder mit Raumfahrt-Technologie auf dem "Galileo"-Gerät den Muskelaufbau beschleunigen. Damit bei den Senioren aus Sport kein Stress wird, helfen die Therapeuten sanft nach. Mit Marschmusik. Und die gab's vor 150 Jahren auch schon ...