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Hoffenheim-Sieg als Stimmungsaufheller für Nagelsmann

Augsburg. Pfiffe und Publikumsschelte - 1899 Hoffenheim hat eine schwere Woche hinter sich. Mal wieder. Dank des wiedererstarkten Andrej Kramaric dürfen sich die Kraichgauer über einen wichtigen Sieg für das Vereinsklima freuen. Die Laune in Augsburg ist richtig mies.

Hoffenheim-Sieg als Stimmungsaufheller für Nagelsmann

Trainer Julian Nagelsmann freut sich über den Sieg seiner Hoffenheimer. Foto: Stefan Puchner

Von einem wichtigen Erfolg für das ramponierte Vereinsklima wollte Hoffenheims Julian Nagelsmann nichts wissen.

„Es wird schon sehr lang viel von außen reininterpretiert - eigentlich nur. Da war auch diese Anekdote keine große Überraschung für mich“, meinte der Trainer mit Blick auf seine jüngste Publikumsschelte und ein Treffen mit Fan-Vertretern unter der Woche. Das 2:0 (1:0) beim FC Augsburg tat dem Club und seinem 30 Jahre alten Coach dennoch richtig gut. „Wir sind sehr glücklich, dass wir diesen Sieg geholt haben“, konstatierte Nagelsmann.

Nicht zuletzt manch murrender Fan der Kraichgauer dürfte nach einem insgesamt enttäuschenden Saisonverlauf etwas besänftigt sein. Zuletzt beim 1:1 gegen den SC Freiburg waren die Hoffenheimer Spieler noch von einigen Zuschauern ausgepfiffen worden, was Nagelsmann deutlich kritisierte. Anschließend gab es die Aussprache.

So wenig Nagelsmann dieses Treffen überbewertet wissen wollte, so wenig wollte er die Einstellung einer vereinsinternen Bestmarke überschätzen. Der Dreier in Augsburg war sein 32. Bundesligasieg als 1899-Coach. Damit zog er mit Ralf Rangnick gleich.

„Um den Rekord geht es mir jetzt weniger. Ich glaube, dass Ralf Rangnick hier Außergewöhnliches geleistet hat, da muss man nicht darum betteln, wer da mehr Erfolg hat“, sagte Nagelsmann. „Der Sieg war sehr wichtig, auch in der Art und Weise. Wir habe es etwas anders gemacht als in den letzten Wochen, haben etwas tiefer verteidigt und wollten bewusst etwas Ballbesitz abgeben.“

Da die ersatzgeschwächten Augsburger in ihrem Spielaufbau komplett enttäuschten, konnten sich die Hoffenheimer mit clever inszenierten Gegenstößen die entscheidenden Vorteile erspielen. Der wieder aufblühende Andrej Kramaric (30. Minute) sorgte mit seinem sechsten Tor in den vergangenen fünf Partien für die Führung. Kurz nach dem Wechsel lieferte er auch noch die Vorlage zum 2:0 von Serge Gnabry (50.). Damit war der neunte Saisonsieg und das erste Zu-Null seit dem 1:0 am 16. Spieltag gegen den VfB Stuttgart perfekt.

„Andrej ist ein super Spieler. Manchmal ist es im Fußball so, dass man schlechte Phasen hat, dann kommen wieder bessere Phasen. Andrej hat jetzt gerade eine super Phase“, lobte Linksverteidiger Nico Schulz seinen Teamkollegen, der zwischen dem dritten und 20. Bundesligaspieltag gar nicht getroffen hatte.

„Ich bin einfach glücklich darüber, wie es gerade für mich läuft. Wichtiger ist aber, dass wir gewonnen haben. Ich hoffe, dieser Sieg ist nur der Start für eine Serie“, sagte Kramaric nach dem ersten Auswärtssieg seiner Mannschaft seit vier Monaten. „Ich habe gerade sehr viel Selbstvertrauen und dann ist es vor dem Tor einfacher. Das geht nicht nur mir, sondern allen Stürmern so.“

Die Laune bei den Augsburgern ist jetzt dagegen so richtig mies. Seit vier Spielen sind sie sieglos, zudem müssen sie mit erheblichen Personalproblemen in einem ausgedünnten Kader klarkommen. „Wir sind richtig froh, dass wir 32 Punkte haben“, sagte Verteidiger Martin Hinteregger und mahnte: „Jetzt müssen wir fleißig Punkte sammeln, dass wir den Klassenerhalt sichern.“

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