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Hoffenheims Höhenflug zur Spitze

Mannheim (dpa) Der märchenhafte Parforceritt des Provinzclubs 1899 Hoffenheim aus der Regionalliga an die Spitze der Fußball- Bundesliga geht unvermindert weiter.

Hoffenheims Höhenflug zur Spitze

Die Hoffenheimer Spieler jubeln nach dem Schlußpfiff gegen Gladbach.

Die makellose Bilanz von sechs Punkten und 4:0 Toren aus zwei Spielen - vier Punkte vor Titelverteidiger und Rekordmeister Bayern München - macht den Emporkömmling aus dem nordbadischen 3300-Seelen-Dorf nahe Heidelberg zum Hauptdarsteller der noch jungen Saison. 26 300 Fans bei der Heimspiel-Premiere im ausverkauften Mannheimer Carl-Benz-Stadion ließen sich von der Erstliga-Reife des Neulings überzeugen.

«Ein Superstart mit einem schönen Tabellenbild, auch wenn's nur eine Momentaufnahme ist. Aber wir sind nicht so naiv zu glauben, dass das jetzt so weiter geht. Erste Aussagen kann man erst nach zehn Spielen treffen», sagte Hoffenheims Erfolgstrainer Ralf Rangnick nach dem hochverdienten 1:0 (1:0)-Sieg über den Mitaufsteiger und Zweitliga-Meister Borussia Mönchengladbach. Der 50 Jahre alte Fußball-«Professor» bemühte sich denn auch, den spektakulären Höhenflug des Überfliegers in realistische Bahnen zu lenken.

Im «Aktuellen Sportstudio» des ZDF, in dem er einst als neunmalkluger Erklärer des Fußballs belächelt wurde, versuchte Rangnick, das Rezept der erstaunlichen Erfolgsstory des Nobodies in der Eliteliga zu begründen. Rangnick: «Hoffenheim ist kein Projekt, sondern eher ein Modell. Wir setzen sehr stark auf die Jugend. Heute hatten wir ein Durchschnittsalter von 22,5 Jahren. Unsere U-17-Mannschaft wurde deutscher B-Jugendmeister. Unser Motto ist, wir holen keine Spieler über 25 Jahre.»

Den Mann, der für den steilen Aufstieg des Provinzclubs in erster Linie verantwortlich ist, musste Rangnick wieder einmal öffentlich in Schutz nehmen: Den von gegnerischen Fans stets angefeindeten milliardenschweren Club-Mäzen Dietmar Hopp. «Das war so was unter der Gürtellinie und zeugt von dem Schwarz-Weiß-Denken solcher Gruppen», so Rangnick. Die teilweise üblen Schmährufe aus dem Gladbacher Fanblock kommentierte Hopp so: «Das ist für mich nichts Neues, sondern nur peinlich.»

Zum Spiel: Der Bosnier Vedad Ibisevic, der schon beim 3:0- Auftaktsieg bei Energie Cottbus zwei Mal getroffen hatte, sorgte mit seinem dritten Saisontor (31.) für den verdienten Erfolg. Dieser hätte aufgrund eines halben Dutzend weiterer hochkarätiger Konterchancen von Ibisevic, seines kongenialen Sturmpartners Demba Ba und Per Nilsson (Latten-Kopfball) durchaus höher ausfallen können. «Ein 1:0 reicht auch», meinte Kapitän Nilsson, mit 25 Jahren der Senior im Hoffenheimer «Kindergarten».

Gladbachs Trainer Jos Luhukay sah bei dem verlorenen Duell gegen den Mitaufsteiger eine Formverbesserung im Vergleich zum missglückten Saisonstart beim 1:3 gegen den VfB Stuttgart. Vor allem Torwart Christofer Heimeroth beseitigte mit Klasseparaden alle Zweifel an seiner Erstligatauglichkeit. Wie für Rangnick ist auch für Luhukay das Tabellenbild auch nur eine Momentaufnahme. «Nach zwei Spielen fallen noch keine Entscheidungen, erst am 34. Spieltag oder vorher», sagte der 45-jährige Niederländer, der vorerst mit einem Abstiegsplatz vorliebnehmen muss.

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