Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Hoffnung auf Rettung des Großteils von Hertie

Berlin (dpa) Der Insolvenzverwalter der Warenhauskette Hertie, Biner Bähr, hofft auf die Rettung des Großteils des Unternehmens. «Ich bin sicher, dass wir auch bei Hertie einiges retten können.

Hoffnung auf Rettung des Großteils von Hertie

Der Insolvenzverwalter der Warenhauskette Hertie, hofft auf die Rettung des Großteils des Unternehmens.

Wir sind noch am Anfang des Verfahrens. Aber ich vermute, dass es mehr als die Hälfte der Häuser sein wird», sagte Bähr der «Welt am Sonntag». «In den zwölf Jahren meiner Tätigkeit hat es bisher immer eine Fortführungsmöglichkeit gegeben, wenn ich ein noch funktionierendes Unternehmen bekommen habe.»

Die Warenhauskette Hertie hatte am vergangenen Donnerstag wegen Finanzproblemen des britischen Haupteigentümers Dawnay Day Insolvenz angemeldet. Der Betrieb werde vorerst fortgesetzt, erklärte die Geschäftsführung. Zusammen mit dem Insolvenzverwalter würden alle 72 Standorte auf ihre Rentabilität untersucht. Hertie beschäftigt nach eigenen Angaben rund 4100 Menschen.

Das Finanzhaus Dawnay Day und die britische Unternehmensberatung Hilco hatten die Warenhäuser einschließlich der Grundstücke 2005 vom damaligen KarstadtQuelle-Konzern für 500 Millionen Euro gekauft. Dawnay Day hält derzeit 85 Prozent an Hertie, Hilco 15 Prozent. Die Kette schreibt nach Branchenangaben konstant rote Zahlen, im laufenden Geschäftsjahr soll es ein Minus von 30 Millionen Euro sein. Die Investoren hatten die Verluste bisher ausgeglichen. Anfang Juli bekam Dawnay Day als Folge der Finanzmarktkrise aber selbst Probleme.

Laut «Süddeutscher Zeitung» dürften die verschachtelten Eigentumsverhältnisse bei dem Warenhauskonzern die Aufgabe des Insolvenzverwalters erschweren. Die Hertie-Eigentümer hätten die Immobilien abgetrennt, und es gebe keine Auskunft darüber, wem die Häuser gehörten. «Das ist ein undurchsichtiges Geflecht», zitierte die Zeitung einen Firmeninsider. Zudem müsse Hertie aus den Mietverträgen herauskommen. Die britischen Investoren hätten dem Filialisten ungewöhnlich hohe Mieten aufgebürdet.

Bähr ging davon aus, dass es mindestens drei Monate dauern wird, die Warenhauskette auf Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten hin zu untersuchen. Er garantiert nach eigenen Angaben den Lieferanten, dass sie ihr Geld pünktlich bezahlt bekommen werden. «Meines Wissens ist bisher noch keiner abgesprungen», sagte der Insolvenzverwalter.

Der Handelsexperte der Managementberatung Ernst&Young, Thomas Harms, bewertete in der «Welt am Sonntag» die Chancen für eine dauerhafte Rettung von Hertie skeptisch. «Ich beneide niemanden um diese Sanierungsaufgabe. Die Rettung wird ausgesprochen schwierig.» Er habe den Eindruck, dass die Kunden solche kleinen Warenhäuser nicht mehr wollten. «Hertie bietet in jeder Warengruppe Mittelmaß, überall sind die Spezialisten besser.»

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

Hälfte der Hertie-Filialen geschlossen

Köln (dpa) Die Hälfte der 50 Häuser der insolventen Warenhauskette Hertie hat am Samstag für immer die Tore geschlossen. Die restlichen Kaufhäuser werden am kommenden Samstag schließen, bestätigte Hertie-Gesamtbetriebsratschef Bernd Horn in Köln.mehr...

Wirtschaft

Lidl: Kundendaten werden angeblich nicht verwendet

Neckarsulm (dpa) Lidl hat nach der Bespitzelungsaffäre beteuert, dass das Bezahlen mit EC-Karte bei dem Discounter sicher ist. «Es erfolgte keine Verwendung von Informationen oder Daten von Kunden», heißt es in einer Zeitungsanzeige vom Montag (7.4.).mehr...

Wirtschaft

Eine Rabattaktion von vielen: Winterschlussverkauf beginnt

Berlin (dpa) - Die gute Nachricht für Schnäppchenjäger zuerst: An diesem Montag startet der Winterschlussverkauf (WSV). Und nun die schlechte: Viele Schnäppchen sind vermutlich längst weg.mehr...

GFK-Daten

Discounter haben 2014 in Deutschland an Boden verloren

Nürnberg Aldi, Lidl und Co. haben nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im vergangenen Jahr gegenüber den Supermarktketten wie Edeka oder Rewe spürbar an Boden verloren.mehr...

Internet

Paypal ist meistgenutzte Zahlungsart für Online-Einkauf

KÖLN Online-Einkäufe werden in Deutschland inzwischen häufiger mit dem Online-Bezahldienst Paypal als per Rechnung beglichen. Das geht aus einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI und der Hochschule Aschaffenburg hervor.mehr...