Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Hoffnung für Transrapid in China

Peking/Berlin (dpa) Die deutsche Magnetschnellbahn Transrapid soll nun offenbar doch eine erste Fernstrecke in China bekommen - allerdings mit erheblicher Verzögerung.

Hoffnung für Transrapid in China

Ein Transrapidzug nach der Einfahrt in den Bahnhof von Schanghai (Archivfoto).

Die Behörden in Ostchina planen nun erst für das Jahr 2010 den Baubeginn für die Verlängerung der einzigen kommerziellen Transrapid-Trasse der Welt um rund 200 Kilometer, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag aus einem Plan der Provinzbehörden im ostchinesischen Zhejiang berichtete. Das wäre drei Jahre später als ursprünglich geplant. Dem Unternehmen Transrapid International lag zunächst keine Bestätigung für einen neuen Zeitplan vor.

«Von offiziellen Stellen haben wir noch nichts gehört», sagte Transrapid-Sprecherin Andrea Stichler in Berlin. Sie wies darauf hin, dass die bestehende 30 Kilometer lange Strecke vom internationalen Flughafen Pudong bis zu einem Außenbezirk Shanghais nach letztem Stand lediglich bis zum Inlandsflughafen Hongqiao verlängert werden sollte. Falls nun doch wieder an eine Verbindung bis in die 170 Kilometer entfernte Stadt Hangzhou gedacht sei, wäre dies eine positive Nachricht.

Nach dem Aus für die Münchner Transrapid-Strecke konzentrieren sich die Hoffnungen für die in Deutschland von einem Konsortium aus Siemens und ThyssenKrupp entwickelte Technik nun wieder auf das Projekt in Shanghai, wo die Magnetbahn bereits seit 2003 zwischen einem Flughafen und dem Stadtzentrum hin- und herpendelt. Dabei hatten die Mitglieder bereits die Auflösung des Konsortiums verkündet.

Die nun wieder auf die Tagesordnung gekommene Trasse von Shanghai ins benachbarte Hangzhou war bereits im März 2006 vom Pekinger Staatsrat genehmigt, nach Protesten von Anwohnern aber auf Eis gelegt worden. Die Anwohner hatten Lärm und Erschütterungen durch die vorbeifahrenden Züge sowie Wertminderungen ihrer Immobilien befürchtet. Sie kritisierten, dass die Magnetbahn den Plänen zufolge nur mit einem Mindestabstand von 22,5 Metern an ihren Häusern vorbeifahren würden.

Die massiven Proteste hatten das Vorhaben durchkreuzt, die Strecke pünktlich bei der Weltausstellung 2010 in Shanghai vorstellen zu können. Laut dem «Aktionsplan» soll der Bau nun erst bis 2015 beendet werden, fünf Jahre später als eigentlich vorgesehen. Die Gesamtkosten betragen 35 Milliarden Yuan (3,5 Mrd Euro). Der durch Zhejiang und nicht Shanghai verlaufende Teil soll allein 22 Milliarden Yuan (2,2 Mrd Euro) kosten. Auch die hohen Kosten hatten den Transrapid in China in die Kritik gebracht, da die bestehende Strecke in Shanghai bisher nur Verluste einfährt.

Mit 199,434 Kilometern soll die Verbindung etwa 25 Kilometer länger werden als ursprünglich geplant. Dazu gehört laut «Shanghai Daily» auch eine etwa 30 Kilometer lange Anbindung von der Endhaltestelle im Shanghaier Stadtbezirk Pudong zum zweiten städtischen Flughafen in Hongqiao. Die Fahrtzeit nach Hangzhou würde mit der neuen Verbindung von 90 auf 30 Minuten verkürzt. Der Magnetzug soll auf der Strecke nach Hangzhou Geschwindigkeiten bis 450 Kilometer pro Stunde erreichen und in den Stadtgebieten höchstens 200 Kilometer pro Stunde fahren. Erste Vorarbeiten sollen bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

Weltweit weniger Euro-Falschgeld: Mehr Blüten in Deutschland

Frankfurt/Main (dpa) Der runderneuerte 50-Euro-Schein soll Geldfälschern das Handwerk erschweren. Noch bringen Kriminelle vor allem Blüten alter Fünfziger in Umlauf. Das treibt die Falschgeldzahlen in Deutschland nach oben.mehr...

Wirtschaft

Ramsch-Elektrogeräte überschwemmen Markt

Bonn (dpa) Ramsch-Stecker mit Brandgefahr, Lampen, die den Radioempfang stören und verbotene Handy-Blocker aus dem Ausland - die Marktüberwachung bekommt mit dem Aufblühen des Online-Handels immer mehr zu tun. Manchmal hilft nur noch eins: zerstören.mehr...

Wirtschaft

Indiens Bargeldreform könnte deutschen Unternehmen nützen

Neu Delhi (dpa) In einem radikalen Schritt hat Indien in dieser Woche den Großteil seines Bargelds aus dem Verkehr gezogen. Deutsche Unternehmen könnten von dem überraschenden Coup profitieren.mehr...

55-Euro-Scheine und 300er

Geldfälscher versuchen absurde Tricks

FRANKFURT/MAIN In Deutschland gibt es verhältnismäßig wenig Falschgeld. Doch Geldfälscher lassen nichts unversucht, um sich mit Blüten zu bereichern. An den verbesserten Sicherheitsmerkmalen der neuen Euro-Scheine beißen sie sich bislang die Zähne aus. Manchmal finden aber auch besonders plumpe Fälschungen Abnehmer.mehr...

Wirtschaft

Schweinchenmaske in Flammen - Kampf gegen Gefahrenprodukte

Brüssel (dpa) Sie kommen mit Hochglanzverpackung und leuchtenden Farben, manchmal sogar mit gefälschtem Qualitätssiegel. Doch die schöne Hülle trügt. Ein neuer Bericht gibt Auskunft darüber, welche gefährlichen Produkte 2015 in Europa aus dem Verkehr gezogen wurden.mehr...

Rückblick 2015

MeinFernbus Flixbus: 20 Millionen Fahrgäste

BERLIN Der Fernbusmarktführer MeinFernbus Flixbus beförderte 2015 erstmals 20 Millionen Fahrgäste: fast doppelt so viele wie 2014, vor dem Zusammenschluss von MeinFernbus und Flixbus zu einem Unternehmen. Trotz der Erfolgsmeldung machte Geschäftsführer Schwämmlein auch Vorwürfe gegen die Deutsche Bahn laut.mehr...