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Folgen des Sturms Ela

Holzdiebstähle machen Kommunen kreativ

NRW Rund 80.000 Kubikmeter Holz hat Sturmtief „Ela“ in Nordrhein-Westfalen vor rund zwei Wochen aus den Wurzeln gerissen. Nun wird das Holz von den NRW-Kommunen gesammelt und an die Industrie weiterverkauft. Doch mit der Frage, ob auch Bürger die Überbleibsel einsammeln dürfen, gehen die einzelnen Kommunen unterschiedlich um. In Münster und Dortmund ist es Diebstahl - in Essen erlaubt.

Holzdiebstähle machen Kommunen kreativ

Fahrräder und Auto sind reif für die Werkstatt - doch wohin mit dem Holz? Ob Bürger es nach dem Sturm einsammeln dürfen oder nicht, entscheiden Kommunen ganz unterschiedlich.

Die Forstbetriebe der NRW-Kommunen stecken auch zwei Wochen nach dem Sturmtief „Ela“ noch immer tief in den Aufräumarbeiten. Einige Städte fürchten sich dabei vor Holzdieben. Städte wie Münster, Dortmund und Düsseldorf warnen davor umgefallene Bäume oder bereits gesägtes Holz mitzunehmen. „Das ist Diebstahl“, sagt Stadtförster Hans-Ulrich Menke aus Münster. „Wir bringen jeden Holzklau zur Anzeige“, fügt Sebastian Vetter vom Dortmunder Forstbetrieb hinzu. Das Holz gehöre nun mal zum Teil den Kommunen und sei kein kostenloses Gut.

Insgesamt 80.000 Kubikmeter Schadholz hat das Sturmtief „Ela“ in Nordrhein-Westfalen zur Strecke gebracht, allein Dreiviertel davon im Ruhrgebiet, nur rund 3500 Kubikmeter waren es im Münsterland. Auch hier zeigt sich das Grünflächenamt Münster besorgt und hat sich deswegen spontan etwas einfallen lassen: ein fliegender Holzhandel soll es richten.Günstige Preise für Linde und Co Wer einen städtischen Mitarbeiter bei den Aufräumarbeiten sieht, kann ihn ansprechen – und das Kaminholz direkt von der Straße kaufen. Die Preise sind günstig: Linde, Kastanie oder Birke kosten 15 bis 20 Euro pro Raummeter, Ahorn, Esche und Eiche etwa 25 Euro, die gute Buche dagegen 30 bis 35 Meter. „Eine Quittung gibt es obendrauf“, teilt Stadtförster Menke mit. Ganz anders geht man in Duisburg und Essen mit den Überbleibseln des Sturmtiefs um. Hier ist das Einsammeln der Äste für jedermann erlaubt. „Wenn man nicht gleich mit dem 40-Tonner vorfährt“, sagt Stefan Schulze, Pressesprecher der Stadt Essen. „Haushaltsüblich“ lautet der Begriff, mit dem die Städte größere Beutezüge eindämmen wollen. 

Findige Profisammler Leicht ist das nicht, denn dieser Begriff ist äußerst unpräzise. Was ist mit findigen Profisammlern, die mit Transportern vorfahren, um ihren Profit zu schlagen? Das sei einfach schwer zu kontrollieren, gibt der Stadtsprecher zu. Wer dennoch beim Restholzsammeln ganz sicher gehen will, der benötigt dazu in den meisten Kommunen einen sogenannten Holzleseschein. Die Scheine sind überwiegend kostenpflichtig. In Dortmund werden sie aktuell allerdings gar nicht erst rausgegeben. Denn „die Gefahr sich beim Herausschneiden der Stämme zu verletzen ist für private Sammler einfach noch zu hoch, sagt Sebastian Vetter. 

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