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Homöopathie für Hund und Katze

Natürliche Heilmittel

Die Katze hat sich einen Schnupfen eingefangen, der Hund leidet an Verstopfung. Mit starken Medikamenten möchte man seinen Liebling nicht gleich belasten. Viele Tierbesitzer greifen deshalb zu homöopathischen Mitteln. Aber helfen die überhaupt? Und wann sollte man doch besser auf die Schulmedizin setzen?

19.11.2014
Homöopathie für Hund und Katze

Homöopathische Mittel können auch bei Tieren zum Einsatz kommen.

Sie ist Tierärztin und Expertin, wenn es um das Heilen mit natürlichen und sanften Mitteln geht: Dr. Heidi Kübler aus dem baden-württembergischen Obersulm. Sie gibt hilfreiche Ratschläge rund ums Thema Homöopathie.

Egal, ob das Tier eine Allergie hat, eine Blasenentzündung auskuriert oder an Arthrose leidet: Grundsätzlich ist laut Heidi Kübler bei allen Erkrankungen eine homöopathische Behandlung möglich. „Ob man das Mittel unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung einsetzen kann oder als alleinige Arznei, das hängt ganz von der Art und der Schwere der Erkrankung ab und von der Erfahrung des Therapeuten.“

Gerade leichte Erkrankungen sind nach Ansicht Küblers die Domäne der Homöopathie: „Schließlich muss man ja nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen. Erkältungen oder Verdauungsstörungen erfordern meist nicht den Einsatz schulmedizinischer Medikamente.“ Zudem seien homöopathische Mittel nebenwirkungsarm und schaden nicht der Umwelt.

In einem ersten Schritt sollte man das Tier auf jeden Fall beim Tierarzt untersuchen lassen, rät die Expertin: „Nur wenn keine Befunde vorliegen, die auf eine schwere Erkrankung schließen lassen, bei denen starke Medikamente wie zum Beispiel Antibiotika oder Schmerzmittel notwendig sind, kann man gerne zu homöopathischen Mitteln greifen.“ Das gelte beispielsweise bei Erkältung, Durchfall, Prellungen und Zerrungen oder einer Magen-Darm-Grippe.

Leidet das Tier hingegen unter starken Schmerzen, sollte man sich nicht allein auf die Kraft der Natur verlassen, warnt die Tierärztin: „Tiere leiden ja oft still. Da ist es für den Tierhalter nicht so einfach, Schmerzen festzustellen.“ Auch bei älteren Tiere, bei denen bestimmte Symptome wie Durchfall nicht akut, sondern immer mal wieder auftauchen, sei Vorsicht geboten: „Dahinter können sich schwerwiegende Organerkrankungen verbergen. Das kann sich leicht verschleppen. In solchen Fällen müssen oft zusätzlich Blut- und Kotuntersuchungen durchgeführt werden.“

Nierenleiden, Herzerkrankungen, Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Störungen: Bei schwerwiegenden Erkrankungen sind homöopathische Arzneien keine Wundermittel, betont Kübler. „Ist das Tier jedoch gut auf die klassischen Mittel der Schulmedizin eingestellt, können homöopathische Arzneien unterstützend wirken.“ In diesem Fall sollte allerdings eine detaillierte Absprache zwischen Arzt und Homöopathen erfolgen. Ideal sei, wenn der Tierarzt neben seiner schulmedizinischen Ausbildung auch die Homöopathie beherrscht.

Bei einer Infektion mit Fieber kann Belladonna helfen, bei trockener Haut wird oft Silicea empfohlen: Wer im Internet googelt, stößt schnell auf Arznei-Listen und passende Anwendungsgebiete. So einfach funktioniere Homöopathie allerdings nicht. Deshalb rät Kübler von zu viel Eigeninitiative bei der Medikation ab und empfiehlt den Gang zum Homöopathen oder zu einem Tierarzt, der sich mit der Homöopathie auskennt. Zudem solle man nicht dem Irrglauben verfallen, dass es bei homöopathischen Mitteln länger dauern könnte, bis sie wirken. „Ist das für den Patienten und seine Krankheit passende Mittel gefunden, sollte bereits nach ein bis zwei Tagen eine Besserung eintreten. Ist dies nicht der Fall, ist das Mittel möglicherweise falsch gewählt“, weiß Kübler.

Wer sich auf die Suche nach einem Experten begibt, sollte die Ohren spitzen. „Einen wirklich guten und seriösen Homöopathen findet man häufig über Empfehlungen anderer Tierhalter“, hat die Tierärztin und Homöopathin festgestellt. Mithilfe der folgenden Checkliste lässt sich laut Kübler erkennen, ob der Homöopath wirklich Ahnung hat:

  • Ein guter Homöopath wird beim ersten Kennenlernen nie versprechen, ein Tier heilen zu können. Er wird sich aber viel Zeit nehmen für Tier und Besitzer.
  • Im Rahmen einer ausführlichen Anamnese stellt er sehr viele Fragen zum Tier und seinem Lebensumfeld und lässt sich die Krankheitssymptome berichten.
  • Er wird das Tier gründlich untersuchen. Augen, Ohren, Nase und Zähne werden dabei genau angeschaut, das Herz wird abgehört. Auch Blut-, Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen führt der Homöopath durch, wenn es notwendig ist.
  • Möglicherweise wird er nicht sofort ein homöopathisches Mittel verordnen, denn für die Arzneimittelsuche kann viel Zeit erforderlich sein. Anders als beim Menschen kann man beim Tier nicht alles abfragen. Ist der Schmerz stechender oder eher bohrender Natur? Solch eine Frage kann ein Tier nicht beantworten.

Tiere bekommen oft die gleichen homöopathischen Arzneien wie wir Menschen, man kann sie also in der Apotheke kaufen, erklärt Kübler. Von Tropfen (Dilutionen) rät die Expertin allerdings ab, da sie Alkohol enthalten „Ich empfehle deshalb Globuli, also kleine Zuckerkügelchen. Zehn Gramm vieler gebräuchlicher Mittel kosten um die 10 Euro.“ Für den Besuch beim Homöopathen sollte man mehr Geld einplanen. „Eine professionelle Anamnese dauert circa eine bis eineinhalb Stunden und kann rund 120 bis 150 Euro kosten“, schätzt die Tierärztin.

„Wichtig ist, dass die Globuli direkt ins Maul gegeben werden “, betont Kübler. Damit der vierbeinige Liebling die Arznei ohne Maunzen und Murren schluckt, müsse man oft ein wenig in die Trickkiste greifen. „Man kann die Globuli zum Beispiel in etwas Wasser auflösen und mit einer Pipette eingeben. Wenn es gar nicht klappen will mit der Verabreichung, kann man bei Katzen beispielsweise die Globuli mit einem Teelöffel Katzenmilch oder Thunfisch mischen“, schlägt die Expertin vor.

Zur Dauerbehandlung sind homöopathische Mittel nach Angaben Küblers nicht gedacht. „Bei akuten, aber leichten Erkrankungen sollte die Behandlung nach einigen Tagen bis einer Woche bereits abgeschlossen sein.“