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Huber: Ja zu Atomkraft, Nein zu Endlager in Bayern

Berlin (dpa) Der Streit über längere Laufzeiten für Atomkraftwerke weitet sich auf die ungelöste Frage nach einem Atommüll-Endlager aus. CSU-Chef Erwin Huber bekräftigte die Unionsforderung nach einem Ausstieg aus dem Atomausstieg, lehnte aber den Bau eines Endlagers in Bayern ab.

Huber: Ja zu Atomkraft, Nein zu Endlager in Bayern

Wartungsarbeiten im bayerischen Atomkraftwerk Gundremmingen (Archiv).

Die Energie, die in den bereits abgeschriebenen Atomkraftwerken produziert wird, sei «der billigste Strom, den wir bekommen können», sagte Huber in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin» vom Sonntag. Die Frage nach einem Endlager in Bayern stelle sich für ihn nicht, weil das Lager im niedersächsischen Gorleben fast fertig sei. «Und zu sagen, das schütten wir wieder zu und fangen irgendwo anders von vorne an, das würde uns 30 Jahre zurückwerfen.»

Die Union dringt darauf, den bestehenden Erkundungsstopp im Salzstock Gorleben schnell aufzuheben. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) fordert dagegen die bundesweite Suche nach einem Standort. Die Unionspläne bezeichnete er als «Volksverdummung». «Selbst der CDU müsste doch auffallen, dass die deutschen Atomkraftwerke alle laufen und trotzdem die Preise steigen», sagte Gabriel der «Welt am Sonntag».

Huber strebt einen Pakt mit den Versorgern an, um die Strompreise zu senken. Die Energiewirtschaft müsse sich verpflichten, die «gewaltigen Erlöse», die durch längere Laufzeiten entstehen, «durch Preisstabilisierung weiterzugeben». Rund zwei Drittel der Bundesbürger wollen die Atommeiler länger am Netz lassen als vereinbart, wenn die Gewinne der Stromkonzerne hieraus je zur Hälfte an Verbraucher und in die Forschung von Öko-Energien fließen, ergab eine Emnid-Umfrage unter 500 Bundesbürgern, berichtet das Magazin «Focus».

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast warf Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel eine «Atomlüge» vor. «Wir müssen (...) erreichen, dass Strom in der gesamten Europäischen Union und den Nachbarstaaten zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen kommt», sagte Künast der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth schloss vor allem wegen des Streits über die Atomenergie in der «Bild am Sonntag» eine Koalition mit der Union nach der Bundestagswahl 2009 aus. Linke-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch hielt der Union vor, sie mache sich zum Sprachrohr der Energiekonzerne.

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel schlug in der «Lausitzer Rundschau» zentrale weltweite Endlager in dünn besiedelten Gebieten mit geologischen Voraussetzungen zum Beispiel in Russland vor.

Die Debatte über längere Laufzeiten wird nach Ansicht des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) zum «Bumerang» für das Problem der Atommüll-Entsorgung. «Jeder, der den Atomkonsens aufkündigen will, muss wissen, dass sich dann auch Sicherheitsfragen anders stellen oder die Frage der Milliardenrückstellungen für die Entsorgung, mit denen die Betreiber bislang frei wirtschaften durften, neu aufgeworfen wird», sagte BfS-Präsident Wolfram König der «Frankfurter Rundschau».

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